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2020


Ich zieh den Himmel über Land…Sabine Eichler

Sabine Eichler

Installation | Objekt | Foto | Video

27.06. –  18.07.2020 sowie 03.09. – 19.09.2020

 

Kabinettausstellung: Yini Tao| MONDSCHEIN | Tuschemalerei

 

Abbildungen

Sabine Eichler | Pfützen Großer GartenSabine Eichler | Pfütze in KircheSabine Eichler | Pfütze in Garten

Vernissage Freitag, den 26.07.2010, 19.30 Uhr

Einführung: Sabine Eichler

Musik: Katharina Müller [Harfe]

Künstlerinnengespräch: Samstag, den 19.09.2020, 11.00 Uhr

Biografie
Geboren 1966 in Löbau/Lausitz studierte Sabine Eichler nach dem Abendstudium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden weiter in Halle an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein.
Seit 1996 arbeitet sie auftragsbezogen wie auch an eigenen künstlerischen Projekten.

 

Mit den folgenden zwei Zitaten geben wir Ihnen einen ersten Einblick in das Projekt von Sabine Eichler:

 

Sabine Eichler / Auszug aus ihrem Statement zur künstlerischen Arbeit 2020

„Alle meine schöpferischen Reaktionen basieren in ihrer Vielsprachigkeit und Mehrdeutigkeit auf meiner Vorliebe zu den stillen Objekten, den flüchtigen Gesten. Ich spiele mit den unscheinbaren Dingen des Alltag, abstrahiere, überhöhe, schrumpfe, verknüpfe Gegensätzliches, … zeige die Kraft der Zartheit, transformiere spielerisch, humorvoll und narrativ die Konfrontation mit der Vergänglichkeit und lenke dabei gern den Blick auf den Raum im Raum im Raum…Meine künstlerischen Arbeiten/ Zwischenergebnisse spiegeln einen oft fiebrigen, körperlichen und intuitiven Schaffensprozess. Eine Auseinandersetzung, die nie endet, lediglich für eine Präsentation unterbrochen wird. Immer wieder verschmelzen unterschiedliche Techniken in raumgreifende Wandinstallationen.“

 

Auszug aus der Laudatio von Petra Hochwald / Städtische Bibliotheken Dresden, Zentralbibliothek Galerie 2019

„Sabine Eichler macht das Unsichtbare sichtbar. Das Leise hörbar, denn sie hält inne und sieht es, wenn sich beispielhaft eine weiße Wolke in einer dunklen Regenpfütze mit leichtem Zittern zaghaft bricht oder eine Blume, erst im matten Verwelken ihre wahre Schönheit schüchtern entfaltet.. Und sie hört hin, wenn Regentropfen mit leisem Trommeln im rhythmischen Klang auf glatte Oberflächen fallen, bis scheinbar eine bekannte Melodie entsteht … Und das ist das besondere Können von Sabine Eichler: die Einzigartigkeit von scheinbar ganz Banalem, Zartem und Kleinem zu sehen, es zu würdigen und groß werden zu lassen. Dabei will sie uns mitnehmen in ihre Gedankenwelt…. Jede Arbeit durchdringt gleichsam eine feine Sinnlichkeit, welche spüren lässt, wie die Künstlerin die Dinge aufnimmt, verarbeitet und neu interpretiert. Damit bildet sie einen wunderbaren Kontrast zu den allgegenwärtigen Klischees oder besser: der Unterwerfung zur gängigen Mode mit allen Dogmen in unserer heutigen Zeit…. Immer wieder erkennbar: die Auseinandersetzung zum Thema der Geschlechterrollen. Die Frau als handelnde Schöpferin, symbolisch mit Äpfeln am Lebensbaum. … Das Fazit: Text + Bild, Grafiken, Collagen, auch bewegte, ziehen sich durch ihr Leben wie ein roter Faden. …Immer dicht dran und drin“ – ein weiteres Credo der Künstlerin“.

 

Im Kabinett der ‚galerie drei‘ präsentiert Yini Tao, ein neues Mitglied der Dresdner Sezession 89 e.V., unter dem Titel MONDSCHEIN ihre Tuschemalereien.

1978 in Yunnan/ V.R.China geboren, studierte sie u.a. an der HfBK in Dresden und ist seit 2009 als freiberufliche Künstlerin in Dresden tätig.


MOOR | Geschützte Erde Einladung

Rita Geißler | Dorothee Kubandner | Ines Margret Lenke | Gabriele Seitz

21.03. – 20.06.2020

 

Kabinettausstellung: Moritzburger Impressionen – Performance zum Kunstsommer

 

Einladung als PDF

Abbildungen

 Gabriele Seitz   MoorRita Geisler  Im Anklamer StadtbruchDorothee Kuhbandner  SchwäneInes Margret Lenke  Moor

Freitag den 19.06.2020 17.00 – 21.00 Uhr Ausstellungsrundgang mit den Künstlerinnen und Musik von Peter Koch [Cello]

Eröffnung am Freitag, 20.03.2020, 19.30 Uhr

Einführung: Karin Weber

Musik: Peter Koch [Violoncello]

Dokumentarfilm „Magie der Moore“ von Jan Haft, Freitag, den 03.04.2020, 19.30 Uhr

Künstlerinnengespräch am Samstag, 25.04.2020, 11.00 Uhr

Laudatio

Laudatio von Karin Weber „Abenteuer Moor“

Ein Projekt von Rita Geißler, Dorothee Kuhbandner, Ines Margret Lenke und Gabriele Seitz

Das sagenumwobene Moor hat über viele Generationen die Phantasie angeregt – ein unachtsamer Schritt und man versinkt im schmatzenden Morast. Aber das Moor ist viel mehr als es diese unheimlichen Geschichten preiszugeben vermögen. Es ist ein Feuchtbiotop mit vielen seltenen Pflanzenarten und Heimstatt vieler Tiere. Die Künstlerin Dorothee Kuhbandner weilte oft im Anklamer Moor. Ihre Begeisterung von der sich ständig wandelnden Landschaft übertrug sie auf Rita Geißler. Das war 2014. Beide zogen dann das erste Mal zusammen mit Gabriele Seitz im Mai 2015 ins Moor. Rita Geißler war hingerissen. Sie konnte es sich vorher überhaupt nicht vorstellen, dass es so etwas Urwüchsiges in Deutschland  überhaupt noch gibt. 2017 erkundeten sie zu viert mit Margret Lenke das Dubringer Moor bei Hoyerswerda. 2019 weilten Gabriele Seitz und Rita Geißler in verschiedenen Mooren in Niedersachsen. Vor Ort entstanden von Rita Geißler etliche farbige Mischtechniken, Gouachen und Aquarelle, mit denen sie das visuelle Erlebnis einzukreisen versuchte. Gabriele Seitz durchwanderte anfangs die Moore. Sie war fasziniert von den Spiegelungen der Bäume, der Vegetation, auf den Oberflächen des Wassers im Niedermoor, vom Wandel des Baumbestandes. In einem Jahr ist das Moor dicht bewachsen und besiedelt von Kormoranen und im nächsten Jahr sind die Äste abgebrochen, der Baumbestand nahezu versunken. Sichtlich berührt, fotografierte sie dann. Erkannte die Poesie im ewigen Wandel von Werden und Vergehen, bei Wind, Nebel und Sonnenschein.

Die Künstlerinnen beobachteten Seeadler, befanden sich inmitten eines Vogelparadieses, berauschten sich am wechselnden Farbspiel des Schilfes. In Niedersachsen ist das Hochmoor trockener. Schafe werden zur Pflege des Moors gezüchtet, bewacht von weißen Hütehunden. Es gibt Aussichtstürme, auf die man steigen kann, um in die Weite der Landschaft einzutauchen. Im Herbst landen  hunderttausende Kraniche auf der Durchreise nach Süden. Hirsche röhren. Man erlebt nahezu unberührte, unverfälschte Natur. Der Mensch fühlt sich als Eindringling und sollte die alten Wege nicht verlassen. Die Künstlerinnen spürten mit allen Sinnen, dass das Moor lebt. Es war unheimlich laut, bekannten sie. Eine Mischung aus Vogelgekreische und Froschkonzert.. Überall entdeckten sie Biberspuren und schließlich auch Biberburgen. Für alle beteiligten Künstlerinnen war das Moor ein magischer Ort, der sie nachhaltig anregte, das Gesehen bildnerisch umzusetzen.

Nach Dresden zurückgekehrt, befasste sich Rita Geißler damit,  ihre tiefen Sinneseindrücke in äußerst verkappten Radierungen einzuflechten, die Stille atmen und die morbide Ästhetik abgestorbener Bäume visualisieren. Ines Margret Lenke ist eine Meisterin der abstrakten erdigen Collage, die den Duft des Moores implizieren und hölzerne Fundstücke phantasiebegabt belebt, Fetische vom Kraftort-Moor. Dorothee Kuhbandner hat sich  in sehr farbig expressiver Weise dem Moor genähert.

Das Thema ist für die vier Künstlerinnen noch lange nicht abgearbeitet, sondern Quellort für neue Inspirationen. Moore sind einzigartig und geheimnisvoll, sind Lebensraum für Rotschenkel, Triel, für Schwäne, Fasane, Amseln, Zwergdommeln, Storche und Blesshühner, für Kormorane und Kraniche, für Reiher. Es wachsen dort Wollgras, Schlangenwurz, Sonnentau, Schwertlilie, Torfmoos, Flechten und Farbe, Bachnelkenwurz. Eine gemeinsame Ausstellung in der galerie drei der Dresdner Sezessionistinnen, wurde wie viele andere in Dresden auch Ende März aufgebaut und konnte dann nicht mehr eröffnet werden. Nun ist die Ausstellung – ein Erlebnisraum vom Moor im Wechsel der Jahreszeiten – zu veränderten Öffnungszeiten bis zum 20. Juni zugängig.  

Gabriele SeitzInes Margret Lenke Dorothee KuhbandnerRita Geißler

 

 

 

 

Biografie

Vier Künstlerinnen sind mit dem künstlerischen Grundanliegen, der Auseinandersetzung mit natürlichen Landschafträumen befasst. Seit einigen Jahren ist es das Biotop Moor, das in seiner natürlichen wie landschaftlichen Ausprägung auf alle vier Künstlerinnen eine wachsende Faszination ausübt und neben der künstlerischen Anregung auch ihr Verantwortungsgefühl und Engagement für diesen sensiblen und bedrohten Naturraum erwachen ließ. Da das Moor als Klimaschützer viel mehr in das Bewusstsein der Menschen rücken sollte, ist dieses Thema gerade jetzt auch in ökologischer Hinsicht höchst brisant. Das Naturschutzgebiet „Anklamer Stadtbruch“ ist einer der Orte. Hier fanden sie sich zu Plenairs zusammen, um mit den künstlerischen Medien Zeichnung, Malerei, Grafik, Fotografie und Objektkunst diesen Raum zu erkunden und abzubilden. Die Eigenheiten, die Schönheit und der Reichtum an Flora und Fauna dieses Naturraumes sind in dieser  Werkpräsentation mittels dieser vier verschiedenen künstlerischen Positionen eindrücklich wiedergegeben.

Rita Geißler (* 1961 in Dresden) studierte von 1982 bis 1988  Malerei und Grafik an der HfBK Dresden. Insbesondere in der grafischen Tiefdrucktechnik Radierung/Kaltnadel findet sie ihre ganz eigene künstlerische Sprache, die besticht durch ein konzentriertes Ausloten von Schwarz auf Weiß. Ihre auf das Wesentliche reduzierten abgebildeten Naturräume erhalten so eine meditative Wirkung. Zahlreiche Ausstellungen und Preise bestätigen anerkennend die Qualität ihrer bildkünstlerischen Auseinandersetzung.

Dorothee Kuhbandner (*1964 in Dresden) ist erst seit 2010 freiberuflich künstlerisch tätig, war, wie sie erklärt, trotz eines Lebensweges mit immer wieder neuen beruflichen Orientierungen und Selbstfindungen im Leben stets der Kunst aktiv zugewandt. In verschiedenen Kunstkursen und im Selbststudium erarbeitete sie sich Kenntnisse in den künstlerischen Medien Malerei und Grafik. Der Landschaftsraum ist auch für sie ein wichtiges Motiv, sich mit den Daseinsformen bildnerisch auseinanderzusetzen und kommt dabei zu teils expressiven wie verspielt naiven Bildfindungen. Sie selbst bezeichnet ihren Stil  als ‚Dorealismus‘.

Ines Margret Lenke (*1955 in Zeitz) studierte 1977 bis 1981 an der PH Dresden Kunst und Germanistik. Bis 2019 war sie als Lehrerin und Kunstpädagogin tätig und verwirklichte insbesondere mit den Schülern zahlreiche Kunstprojekte insbesondere in Auseinandersetzung mit Landschaftsräumen . Die eigene künstlerische Arbeit betrieb sie weiter parallel zu ihrem Lehrauftrag am Gymnasium. Ihre bildkünstlerischen Medien sind malerei, Grafik, Collage, Plastik und Fotografie. Das Experiment mit unterschiedlichen Naturmaterialien, Fundstücken, Pigmenten und Erden mit und auf Papier bestimmen ihre zumeist offenen Formfindungen und ihre bildnerische Ästhetik.

Gabriele Seitz (*1951 in Furth im Wald) gelangt erst über Umwegen zur künstlerischen Auseinandersetzung mit der Fotografie. Auch ihr Arbeitsleben war bestimmt von verschiedenen Richtungswechseln und damit verbundenen Qualifikationen. Seit 1997 wandte  sie sich dem fotografischen Medium zu und beschäftigte sich mit der Porträtfotografie. 2015 wurde sie von Rita Geißler und Dorothee Kuhbandner erstmals mit zu den Plenairs im „Anklamer Stadtbruch“ eingeladen. Tief beeindruckt von der Moorlandschaft findet sie in fotografischer Auseinandersetzung mit diesem Naturbiotop zu neuen Ausdrucksmöglichkeiten. 

Rita Geisler   Sumpfiger TümpelGabriele Seitz  MoorInes Magret Lenke  Stimmung

Erlebnisbericht von Gabriele Seitz

Die Künstlerinnen Dorothee Kuhbandner und Rita Geißler nahmen mich im Jahr 2015 für einige Tage mit in das Naturschutzgebiet „Anklamer Stadtbruch“, wo sie bereits mehrmals beim Malen waren. Vom ersten Augenblick an war ich begeistert und fasziniert von dieser ganz eigenen Welt der Moorrevitalisierung. Von kilometerlangen sich hinziehenden Baumskeletten im Moorwasser, von Urwaldriesen, die sich dem Wasser zuneigen, brechen und versinken oder Brücken bilden, von wegelosen Labyrinthen, schwimmenden Blumenteppichen, kleinen Inseln, von Schwanenfamilien, die gemächlich zwischen den geisterhaft wirkenden Stämmen hindurch gleiten, von brütenden Kormoranen, Bibern, vom Sumpfland, von der Stille und Abgeschiedenheit.

Nach langem Alleinmarsch mit meiner Fotoausrüstung auf dem Einkaufswagengestell über den schmalen steinigen Dammweg im Anklamer Stadtbruch, begleitet von wiederkehrenden Baumstümpfen, die vom Biber frisch bearbeitet waren, von ununterbrochenen vielstimmigen Froschquaken aus dem Wassergraben des Moores zu meiner Rechten, kamen die Schreie der Kormorane, die ich unbedingt erleben wollte, immer näher bis ich die Kolonien dieser großen Vögel erreicht hatte. Auf unzähligen toten Bäumen, die im Wasser stehen, bauen die Kormorane ihre Nester in die noch verbliebenen nackten Astgabeln, legen ihre Eier, brüten und ziehen ihre Jungen groß. Was hinunterfällt, ist verloren. Welch ohrenbetäubender Lärm, wenn die vielen Eltern von der Futtersuche zu ihren Nestern zurückkehren, um die hungrigen Mäuler zu stopfen. Doro und Rita waren weit weg beim Malen, und ich konnte mich von diesem Schauspiel, das sich mir bot, nicht losreißen. Auf halber Strecke kamen mir später die Künstlerinnen entgegen als sie ihre Arbeit beendet hatten und mich vermissten.

An einem anderen Tag schritten wir mutig im nahegelegenen „Geisterwald“ – so nannten wir ihn – voran, wo wir frische Wildschweinkuhlen neben dem dichten Waldweg entdeckten, aus denen die Frischlinge unserer Schritte wegen gerade geflüchtet sein müssen. Ein Huschen hatte ich noch mitbekommen. Da es leicht regnete und ich so nicht fotografieren wollte, stieg ich auf den Hochsitz und beobachtete mit Sorge, ob die Wildschwein-Mutter zurückkehrt, während Doro und Rita unter ihrem Schirm am Weg vor einem Sumpf mit schwimmenden Blüten-Teppichen malten.

Nach diesen und weiteren Erlebnissen im Moorgebiet besorgte ich mir zu Hause Bücher zum Thema Moor und wissenschaftliche Berichte über die Moorrevitalisierung. Im Internet und in meinem Kormoran-Buch erfuhr ich zum Beispiel, dass 2005 im Anklamer Stadtbruch ein regelrechtes Massaker stattgefunden hat. Es wurden 7000 Kormorane während der Brutzeit erschossen. Welch schreckliche und sinnlose Tat! NABU und LBV haben daraufhin 2010 den Kormoran zum Vogel des Jahres gewählt, da kein Anlass bestehe, die Vögel abzuschießen. Es solle vielmehr ein Umdenken einsetzen, diesen Vogel „als natürlichen Bestandteil unserer Gewässerökosysteme zu akzeptieren“, sprach der NABU-Landesvorsitzende Stefan Schwill.

Ein wichtiger Punkt des Moor-Themas ist uns die Rückgewinnung vieler Vögel und Pflanzenarten, die es vor dem Torfabbau gegeben hat. Laut dem Vogelexperten Prof. Dr. Peter Berthold hat Deutschland seit 1850 60% der damaligen Vogeldichte verloren. In den letzten 30 Jahren ist die Vogeldichte nochmals um 20% zurückgegangen. Prof. Dr. Berthold hat 60 Jahre lang als Wissenschaftler und viele Jahre als Direktor in der Vogelwarte Rudolfzell gearbeitet, eine große Anzahl von Auszeichnungen erhalten, viele Bücher und wissenschaftliche Artikel geschrieben und hervorragende Vorträge gehalten. Nach seiner Emeritierung setzt er sich weiterhin für die Vogelwelt ein, u.a. mit dem Thema „Jeder Gemeinde ihr Biotop“.

Historischer Rückblick über den „Anklamer Stadtbruch“

Im Mündungsgebiet der Peene in Mecklenburg-Vorpommern entstand vor Jahrtausenden nach der Eiszeit ein weites Moorgebiet. Bereits im 18. Jahrhundert wurde durch die intensive Landnutzung mehr als 50% der Moorfläche entwässert. Torf wurde zur Brenn- und Energiegewinnung abgebaut, anfangs per Handstiche, später mit Maschinen, die dem Boden sehr geschadet haben. Im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft Ende der 1960er Jahre wurden Moore großflächig und tiefgründig entwässert und intensiv landwirtschaftlich bewirtschaftet. Das hatte einen dramatischen Rückgang von beinahe allen Pflanzen- und Tierarten, die an Moore gebunden sind, zur Folge. Moore verloren ihre Fähigkeit, als „Nieren der Landschaft“ Wasser und Stoffe zu speichern. Der durchschnittliche Torfzuwachs beträgt pro Jahr nur 0,5 bis 1,5 mm! In kleineren ökologisch wertvollen Gebieten wie dem „Anklamer Stadtbruch“ mit einer Gesamtfläche von ca. 1800 ha, mit etwa 1230 ha Waldfläche – Deutschlands größtem Moorwald – in diesem Gebiet wird inzwischen der Natur Raum gelassen, um die früheren ökologisch stabilen Verhältnisse eines Mündungsmoores wieder herzustellen. Teilbereiche wurden schon 1935 unter Schutz gestellt, erweitert wurde er 1937 und 1964. Die Schutzanordnung erging 1967. Seit dem Jahr 2000 gibt es ein politisch legitimiertes Moorschutzkonzept. Mecklenburg-Vorpommern hat im bundesweiten und internationalen Vergleich eine Vorreiterrolle beim Moorschutz eingenommen. Allein wegen der Größe und Weitläufigkeit des Gebietes ist die Wiedervernässung der Moore dort einzigartig in Mitteleuropa. Bis heute entstanden in diesem Naturschutzgebiet des NABU im „Anklamer Stadtbruch“ wertvolle Lebensräume für eine artenreiche hochspezialisierte Tier- und Pflanzenwelt, für eine vielfältige Flora und Fauna. Es gibt im Schutzgebiet Bruchwälder mit Flattergras, Gemeine Esche und Erle. Es wachsen Torfmoose, Schnabelseggen und Birken, Königsfarn, Gagel und Gilbweiderich. Auf dem ganzen Areal sind viele Schmetterlingsarten zu entdecken, wie etwa der Moorwiesen-Striemenspanner, der Enzian-Bläuling und 100 Brutvogelarten, z. B. der Seeadler, Rot- und Schwarzmilan, Wespenbussard, Kranich, Wendehals, Karmingimpel. Fischotter und Biber fühlen sich wohl. Moorrevitalisierung ist ein wichtiger Beitrag zum Klima-, Wasser- und Bodenschutz und zur Wiederansiedlung verlorengegangener Vogelarten und Pflanzen. 2018 erwarb die NABU-Stiftung 1.360 ha dieser wertvollen Wildnis, um sie vor neuen wirtschaftlichen Nutzungsinteressen und vor der intensiven Jagd zu bewahren. Inzwischen wurde in Bugewitz, nahe dem Moorsee, ein NaturKulturhaus errichtet.


S T I L L E S  L E B E NMarianne Dextor  STILLES LEBEN

Marianne Dextor

Malerei Pastell Photographie

25.01. – 07.03.2020

 

Kabinettausstellung: Inge Thiess-Böttner

Einladung als PDF

Abbildungen

Marianne Dextor Alpenveilchen ÖlMarianne Dextor Früchtestillleben ÖlMarianne Dextor Pastell Marianne Dextor

Eröffnung am Freitag, 24.01.2020, 19.30 Uhr

Einführung: Heinz Weißflog

Musik: Steffen Gaitzsch [Geige]

Midissage und Künstlerinnengespräch am Samstag, 29.01.2020, 17.00 Uhr

 Kabinettausstellung Inge Thiess-Böttner

 

Biografie

Der Lebensweg von Marianne Dextor (* 1942 in Fassberg bei Zelle) ist zunächst typisch für Ihre Generation nach 1945. Nach einem Jahr Arbeit in der Produktion erhielt sie eine Ausbildung an der ABF für Bildende Kunst und konnte anschließend von 1962 bis 1967 Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden studieren. Herbert Kunze, Hans Mroczynsky, Jutta Damme, Rudolf Bergander waren ihre Lehrer.  In der Studienzeit pägten sie auch die Begegnungen mit Gerhard Kettner und Günther Horlbeck. Seit 1967 lebt und arbeitet sie als freiberufliche Künstlerin in Dresden, kein leichter Weg, den sie aber bis heute mit innerer Konsequenz beschritt.

Atelier Marianne Dextor

„ S T I L L E S  L E B E N “ – der Titel der Werkpräsentation, ist bezeichnend für ein Schaffen, das in der unspektakulären Einfachheit ihrer Bildgegenstände und der ausgewogenen Verhaltenheit der Komposition von Licht und Farbe zu tiefer Aussage findet. Die Betrachtung von Früchten, Blumen und ländlicher Naturräume über die malerische Ausübung (Öl, Pastell) geschieht mit einer beeindruckenden Konzentration und Hintergründigkeit. Sie entwickelte ganze Serien ausgehend von einem Motiv und untersuchte dabei das Zusammenspiel von Licht und Farbe in Bezug zu Raum und Zeit als jeweiliges Moment. So entstanden Werke von hoher malerischer Intensität und Qualität  trotz oder gerade durch ihre schlichte Formulierung.

Um Momente geht es auch in der Fotografie, ein Bildmedium, das ab dem Jahr 2002 für ihre künstlerische Arbeit zunehmend an Bedeutung gewann. Es sind einsame oder verlassene Gebäude, Dorfkirchen, später Industriebrachen, die eine Faszination auf sie ausübten. Auch hier besticht sie durch eine Licht-malerische Erkundung und einen sensiblen Blick für Raumsituationen.


Ausstellungsbeteiligungen


Künstlermesse 2020

Dresdner Sezession 89 e.V.

Veranstalter: Künstlerbund Dresden

Deutsches Hygiene-Museum 

01069 Dresden, Lingnerplatz 1

06.-08.03.2020


ZB 100 BILD- UND WORTWERKEPlakat Zündblättchen ZB 100

Lyrik – Graphik – Zündblättchen

u.a. Kerstin Franke-Gneuß, Rita Geißler, Angela Hampel, Christiane Just, Gerda Lepke, Annerose Schulze, Gudrun Trendafilov

06.06. – 27.09.2020

 

Evangelische Akademie Meißen

St. Afra Kreuzgang

 

01662 Meißen, Freiheit 16

telefonische Voranmeldung: 03521 4706-22

 

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Festtafel KünstlerinnenrundeEinladung Festtafel-Künstlerinnenrunde

u.a. Leonore Adler, Sigrid Artes, Gudrun Brückel, Christa Donner, Heidemarie Dressel, Konstanze Feindt-Eißner, Kerstin Franke-Gneuß, Rita Geißler, Petra Graupner, Angela Hampel, Christine Heitmann, Karin Heyne, Christiane Just, Bärbel Kuntsche, Christiane Latendorf, Gerda Lepke, Kerstin Quandt, Gabriele Reinemer, Annerose Schulze, Gudrun Trendafilov, Petra Vohland, Irene Wieland, Nadine Wölk

 

Ostsächsische Kunsthalle Pulsnitz

12.07. – 30.08.2020

 

Ernst-Rietschel-Kulturring e.V. | 01896 Pulsnitz, Rietschelstr. 16

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Poster als PDF