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2020


VON ANGESICHT ZU ANGESICHTEinladungskarte Von Angesicht zu Angesicht

Tandem //1

Christa Donner _ Else Gold | Kerstin Franke-Gneuß _ Christine Wahl | Rita Geißler _ Tina Wohlfahrt | Annina Hohmuth _ Kristina Rothe | Christiane Latendorf _ Sibylle Leifer | Kerstin Quandt _ Martina Wolf | Gabriele Reinemer _ Elke Hopfe | Annerose Schulze _ Katja Lang | Yini Tao _ Eleni Trupis | Irene Wieland _ Nina Reichmann

05.12.2020 – 13.02.2021

 

Einführung: Katharina Arlt [Kunsthistorikerin] Laudatio als PDF

Video online

 

Kabinettausstellung. *Karin Heyne – accesoires*

Einladung Vorderseite als PDF   Einladung Rückseite als PDF

Abbildungen Karin Heyne

Karin Heyne, clutch, Pappe bemal,t 2020Karin Heyne, clutch, Keramik, 2020Karin Heyne, handbag, Karton/Papiereinschöpfung, 2014Karin Heyne, kleine Tasche, Karton Ölfarbe, 2020

 

 

 

 

Information

Das Ausstellungsprojekt – TANDEM // 1 / 2020 _ VON ANGESICHT ZU ANGESICHT – ist Teil und der Beginn einer Projektreihe in der ‚galerie drei‘ / DRESDNER SEZESSION 89 e.V., das jährlich zu den verschiedensten Fragestellungen und Themen unserer Zeit künstlerische Positionen erarbeiten und präsentieren wird. Kultur lebt von der Begegnung. Die Begegnung ist eine Grundvoraussetzung für Kommunikation, sei es als kontroverser Diskurs oder als vermittelnde Verständigung zu Themen unseres Lebens und unserer Gesellschaft wie auch die zur Kunst. Die Rolle und Bedeutung der Kunst und Kultur wird gerade jetzt in Zeiten einer unerwarteten und seit Monaten andauernden weltweiten Krise, hervorgerufen durch ein Virus, neu hinterfragt. Die Rolle und Bedeutung der Kunst von Frauen für die Gesellschaft ist dabei weiter ein wesentlicher Punkt dieser Auseinandersetzung.

Das Ausstellungsprojekt TANDEM // 1 / Ausstellungsprojekt 2020 __ VON ANGESICHT ZU ANGESICHT __ ist die Begegnung von je zwei Künstlerinnen als eine Gegenüberstellung von künstlerischen Themen und Ästhetiken. Jede Künstlerin der Dresdner Sezession 89 e.V. hat eine Künstlerin als Gast in dieses Projekt eingeladen und ihre künstlerische Beziehung zueinander bzw. miteinander herausgearbeitet, die sich in ganz verschiedenen oder in ähnlichen Positionen und Handschriften ausdrückt. Dieses Spannungsfeld ermöglicht neue Einblicke und Einsichten nicht nur für die Akteurinnen sondern auch für den die Ausstellung besuchenden Betrachter, der als Rezipient mit seinem eigenem „Angesicht“ und seiner „Sicht“ an dieser Begegnung teilhaben kann.

Bilder

 

 

 

 

Christine Wahl, Porträt einer Studentin, 1985, Aquarell, 49 x 34,5 cmChristine Wahl, Porträt Ulrike, um 1985, Pastell, 49 x 39,5 cmKatja Lang, Erstarrung, 2020, Radierung, 67 x 50 cmKerstin Franke-Gneuß, Spirit, 2015, Radierung, 55 x 30 cm

 

 

 

 


Einfach Kommen – Jen tak přijít Einladung Vorderseite

Künstlerinnen aus Dresden und Litoměřice

Annina Hohmuth | Christiane Latendorf | Annerose Schulze | Yini Tao | Irene Wieland / Dresden/D

Lenka Holíková | Lenka Kahuda Klokočková | Marcela Kubátová | Anna Žaludová / Litoměřice/CZ

10.10. – 14.11.2020

 

Kabinettausstellung: Yini Tao | Mondschein | Tuschemalerei

Einladung Vorderseite als PDF Einladung Rückseite als PDF

Information

Vernissage am Freitag, den 9. Oktober 2020, 19.30 Uhr

Grußwort: VERONIKA KRÜLLE KOTOUČOVÁ

Einführung: JÖRDIS LADEMANN

Musik: ADELA DRECHSEL (CZ) und STEFFEN GAITZSCH (D) // Improvisation auf zwei Geigen

 

22. TSCHECHISCH-DEUTSCHE KULTURTAGE 2020 // Begegnung zwischen den Nachbarn

Vom 1. bis 18. Oktober 2020 wird zu den 22. Tschechisch-Deutschen Kulturtagen in der Euroregion Elbe/Labe mit 54 Veranstaltungen auf deutscher und 20 Veranstaltungen auf tschechischer Seite eingeladen. In Kooperation mit dem Veranstalter beteiligt sich die DRESDNER SEZESSION 89 e.V. mit einer Ausstellung am Programm der 22. Tschechisch-Deutschen Kulturtage. 

»Jen tak přijít – Einfach kommen«

Im gemeinsamen Ausstellungsprojekt deutscher und tschechischer Künstlerinnen treten Mitglieder des Vereins Dresdner Sezession 89 in einen Dialog mit Künstlerinnen aus Litoměřice/CZ.

Zu sehen sind deren Werke in unterschiedlichen Techniken wie Malerei, Skulptur, Grafik u.a. zum Thema Nachbarschaft, Annäherung und Begegnung. »Einfach kommen« stellt eine Begegnung über geographische Grenzen hinweg dar, welche individuelle künstlerische Positionen und Interpretationen dieser Begriffe reflektiert.

Das komplette Programm der Tschechisch-Deutschen Kulturtagen in der Euroregion Elbe/Labe finden Sie unter www.tdkt.info. *** Trotz der schwierigen Situation – verursacht durch die Corona-Pandemie – haben die Veranstalter die TDKT in gewohnter Vielfalt und Qualität vorbereitet. Dennoch muss in diesem speziellen Jahr mit kurzfristigen Änderungen bei Spielorten oder im Programm gerechnet werden, über die auf der Homepage informiert werden wird.

 


Ich zieh den Himmel über LandEinladung Sabine Eichler

Sabine Eichler

Fotografie | Installation | Video

27.06. – 18.07.2020

03.09. – 19.19.2020

 

Kabinettausstellung: Yini Tao | Mondschein | Tuschemalerei

Einladung als PDF Einladung Rückseite als PDF

Information

Vernissage: Freitag, den 26. Juni 2020, 19:30 Uhr

 Einführung: Sabine Eichler

 Musik: Katharina Müller – Harfe

 Finissage: Gespräch mit der Künstlerin

 Samstag, den 19, September 2020, 11:00 Uhr

 

In zwei Etappen von je drei Wochen ( 27.06. – 17.07.2020 und 03.09 – 19.09.2020), wird Sabine Eichler in den Räumen der Galerie eine Werkschau, bestehend aus verschiedenen künstlerischen Medien, installieren, die sich in der Konzeption bewegen und verändern wird. Der Besucher kann aktiv teilhaben an der „Bild“-Entwicklung im Raum.

Damit ergibt sich eine Verbindung zu dem seit diesem Jahr konzipierten Programm „Handlungsraum“  in der ‚galerie drei‘, das dieses Jahr wegen der Covid19-Pandemie ausgesetzt werden musste und so für das nächste Jahr 2021 neu ausgeschrieben wird.

Geboren 1966 in Löbau/Lausitz studierte Sabine Eichler nach dem Abendstudium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden weiter in Halle an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein. Seit 1996 arbeitet sie auftragsbezogen wie auch an eigenen künstlerischen Projekten.

 

Sabine Eichler / Auszug aus ihrem Statement zur künstlerischen Arbeit 2020

„Alle meine schöpferischen Reaktionen basieren in ihrer Vielsprachigkeit und Mehrdeutigkeit auf meiner Vorliebe zu den stillen Objekten, den flüchtigen Gesten. Ich spiele mit den unscheinbaren Dingen des Alltag, abstrahiere, überhöhe, schrumpfe, verknüpfe Gegensätzliches, … zeige die Kraft der Zartheit, transformiere spielerisch, humorvoll und narrativ die Konfrontation mit der Vergänglichkeit und lenke dabei gern den Blick auf den Raum im Raum im Raum…Meine künstlerischen Arbeiten/ Zwischenergebnisse spiegeln einen oft fiebrigen, körperlichen und intuitiven Schaffensprozess. Eine Auseinandersetzung, die nie endet, lediglich für eine Präsentation unterbrochen wird. Immer wieder verschmelzen unterschiedliche Techniken in raumgreifende Wandinstallationen.“

 

Auszug aus der Laudatio von Petra Hochwald / Städtische Bibliotheken Dresden, Zentralbibliothek Galerie 2019

„Sabine Eichler macht das Unsichtbare sichtbar. Das Leise hörbar, denn sie hält inne und sieht es, wenn sich beispielhaft eine weiße Wolke in einer dunklen Regenpfütze mit leichtem Zittern zaghaft bricht oder eine Blume, erst im matten Verwelken ihre wahre Schönheit schüchtern entfaltet.. Und sie hört hin, wenn Regentropfen mit leisem Trommeln im rhythmischen Klang auf glatte Oberflächen fallen, bis scheinbar eine bekannte Melodie entsteht … Und das ist das besondere Können von Sabine Eichler: die Einzigartigkeit von scheinbar ganz Banalem, Zartem und Kleinem zu sehen, es zu würdigen und groß werden zu lassen. Dabei will sie uns mitnehmen in ihre Gedankenwelt…. Jede Arbeit durchdringt gleichsam eine feine Sinnlichkeit, welche spüren lässt, wie die Künstlerin die Dinge aufnimmt, verarbeitet und neu interpretiert. Damit bildet sie einen wunderbaren Kontrast zu den allgegenwärtigen Klischees oder besser: der Unterwerfung zur gängigen Mode mit allen Dogmen in unserer heutigen Zeit…. Immer wieder erkennbar: die Auseinandersetzung zum Thema der Geschlechterrollen. Die Frau als handelnde Schöpferin, symbolisch mit Äpfeln am Lebensbaum.

Das Fazit: Text + Bild, Grafiken, Collagen, auch bewegte, ziehen sich durch ihr Leben wie ein roter Faden. „…Immer dicht dran und drin“ – ein weiteres Credo der Künstlerin.

Bilder

Sabine Eichler, Pfütze GroßerGarten Dresden 2020Sabine Eichler, Pfütze in Kirche, 2019Sabine Eichler, Pfütze im Garten

 

 

 

 


MOOREinladung MOOR

Rita Geißler | Dorothee Kuhbandner |Ines Margret Lenke | Gabriele Seitz 

21.03. – 02.05.2020

 

Einladung als PDF

Kabinettausstellung: Moritzburger Impressionen – Kunstsommer 2019 Friedewald

Laudatio als PDF

Abbildungen

Rita Geißler, Im Anklamer Stadtbruch, PstellDorothee Kuhbandner, Schwäne, MalereiInes Margret Lenke, MoorGabriele Seitz, Moor

 

 

 

 

Information

Vernissage: Freitag, der 20.03.2020, 19.30 Uhr

Laudatio: Karin Weber [Kunstwissenschaftlerin]

Musik: Peter Koch [Cello]  

 

„MOOR – Geschützte Erde“  

Vier Künstlerinnen – Rita Geißler, Dorothee Kuhbandner, Ines Margret Lenke und Gabriele Seitz – sind mit dem künstlerischen Grundanliegen, der Auseinandersetzung mit natürlichen Landschafträumen befasst. Seit einigen Jahren ist es das Biotop Moor, das in seiner natürlichen wie landschaftlichen Ausprägung auf alle vier Künstlerinnen eine wachsende Faszination ausübt und neben der künstlerischen Anregung auch ihr Verantwortungsgefühl und Engagement für diesen sensiblen und bedrohten Naturraum erwachen ließ. Da das Moor als Klimaschützer viel mehr in das Bewusstsein der Menschen rücken sollte, ist dieses Thema gerade jetzt auch in ökologischer Hinsicht höchst brisant. Das Naturschutzgebiet „Anklamer Stadtbruch“ ist einer der Orte. Hier fanden sich die vier Künstlerinnen zu Plenairs zusammen, um mit den künstlerischen Medien Zeichnung, Malerei, Grafik, Fotografie und Objektkunst diesen Raum zu erkunden und abzubilden. Die Eigenheiten, die Schönheit und der Reichtum an Flora und Fauna dieses Naturraumes sind in dieser  Werkpräsentation mittels dieser vier verschiedenen künstlerischen Positionen eindrücklich wiedergegeben.

Rita Geißler (* 1961 in Dresden) studierte von 1982 bis 1988  Malerei und Grafik an der HfBK Dresden. Insbesondere in der grafischen Tiefdrucktechnik Radierung/Kaltnadel findet sie ihre ganz eigene künstlerische Sprache, die besticht durch ein konzentriertes Ausloten von Schwarz auf Weiß. Ihre auf das Wesentliche reduzierten abgebildeten Naturräume erhalten so eine meditative Wirkung. Zahlreiche Ausstellungen und Preise bestätigen anerkennend die Qualität ihrer bildkünstlerischen Auseinandersetzung.

Dorothee Kuhbandner (*1964 in Dresden) ist erst seit 2010 freiberuflich künstlerisch tätig, war, wie sie erklärt, trotz eines Lebensweges mit immer wieder neuen beruflichen Orientierungen und Selbstfindungen im Leben stets der Kunst aktiv zugewandt. In verschiedenen Kunstkursen und im Selbststudium erarbeitete sie sich Kenntnisse in den künstlerischen Medien Malerei und Grafik. Der Landschaftsraum ist auch für sie ein wichtiges Motiv, sich mit den Daseinsformen bildnerisch auseinanderzusetzen und kommt dabei zu teils expressiven wie verspielt naiven Bildfindungen. Sie selbst bezeichnet ihren Stil  als ‚Dorealismus‘.

Ines Margret Lenke (*1955 in Zeitz) studierte 1977 bis 1981 an der PH Dresden Kunst und Germanistik. Bis 2019 war sie als Lehrerin und Kunstpädagogin tätig und verwirklichte insbesondere mit den Schülern zahlreiche Kunstprojekte insbesondere in Auseinandersetzung mit Landschaftsräumen . Die eigene künstlerische Arbeit betrieb sie weiter parallel zu ihrem Lehrauftrag am Gymnasium. Ihre bildkünstlerischen Medien sind malerei, Grafik, Collage, Plastik und Fotografie. Das Experiment mit unterschiedlichen Naturmaterialien, Fundstücken, Pigmenten und Erden mit und auf Papier bestimmen ihre zumeist offenen Formfindungen und ihre bildnerische Ästhetik.

Gabriele Seitz (*1951 in Furth im Wald) gelangt erst über Umwegen zur künstlerischen Auseinandersetzung mit der Fotografie. Auch ihr Arbeitsleben war bestimmt von verschiedenen Richtungswechseln und damit verbundenen Qualifikationen. Seit 1997 wandte  sie sich dem fotografischen Medium zu und beschäftigte sich mit der Porträtfotografie. 2015 wurde sie von Rita Geißler und Dorothee Kuhbandner erstmals mit zu den Plenairs im „Anklamer Stadtbruch“ eingeladen. Tief beeindruckt von der Moorlandschaft findet sie in fotografischer Auseinandersetzung mit diesem Naturbiotop zu neuen Ausdrucksmöglichkeiten. 

 

Erlebnisbericht von Gabriele Seitz

Die Künstlerinnen Dorothee Kuhbandner und Rita Geißler nahmen mich im Jahr 2015 für einige Tage mit in das Naturschutzgebiet „Anklamer Stadtbruch“, wo sie bereits mehrmals beim Malen waren. Vom ersten Augenblick an war ich begeistert und fasziniert von dieser ganz eigenen Welt der Moorrevitalisierung. Von kilometerlangen sich hinziehenden Baumskeletten im Moorwasser, von Urwaldriesen, die sich dem Wasser zuneigen, brechen und versinken oder Brücken bilden, von wegelosen Labyrinthen, schwimmenden Blumenteppichen, kleinen Inseln, von Schwanenfamilien, die gemächlich zwischen den geisterhaft wirkenden Stämmen hindurch gleiten, von brütenden Kormoranen, Bibern, vom Sumpfland, von der Stille und Abgeschiedenheit.

Nach langem Alleinmarsch mit meiner Fotoausrüstung auf dem Einkaufswagengestell über den schmalen steinigen Dammweg im Anklamer Stadtbruch, begleitet von wiederkehrenden Baumstümpfen, die vom Biber frisch bearbeitet waren, von ununterbrochenen vielstimmigen Froschquaken aus dem Wassergraben des Moores zu meiner Rechten, kamen die Schreie der Kormorane, die ich unbedingt erleben wollte, immer näher bis ich die Kolonien dieser großen Vögel erreicht hatte. Auf unzähligen toten Bäumen, die im Wasser stehen, bauen die Kormorane ihre Nester in die noch verbliebenen nackten Astgabeln, legen ihre Eier, brüten und ziehen ihre Jungen groß. Was hinunterfällt, ist verloren. Welch ohrenbetäubender Lärm, wenn die vielen Eltern von der Futtersuche zu ihren Nestern zurückkehren, um die hungrigen Mäuler zu stopfen. Doro und Rita waren weit weg beim Malen, und ich konnte mich von diesem Schauspiel, das sich mir bot, nicht losreißen. Auf halber Strecke kamen mir später die Künstlerinnen entgegen als sie ihre Arbeit beendet hatten und mich vermissten.

An einem anderen Tag schritten wir mutig im nahegelegenen „Geisterwald“ – so nannten wir ihn – voran, wo wir frische Wildschweinkuhlen neben dem dichten Waldweg entdeckten, aus denen die Frischlinge unserer Schritte wegen gerade geflüchtet sein müssen. Ein Huschen hatte ich noch mitbekommen. Da es leicht regnete und ich so nicht fotografieren wollte, stieg ich auf den Hochsitz und beobachtete mit Sorge, ob die Wildschwein-Mutter zurückkehrt, während Doro und Rita unter ihrem Schirm am Weg vor einem Sumpf mit schwimmenden Blüten-Teppichen malten.

Nach diesen und weiteren Erlebnissen im Moorgebiet besorgte ich mir zu Hause Bücher zum Thema Moor und wissenschaftliche Berichte über die Moorrevitalisierung. Im Internet und in meinem Kormoran-Buch erfuhr ich zum Beispiel, dass 2005 im Anklamer Stadtbruch ein regelrechtes Massaker stattgefunden hat. Es wurden 7000 Kormorane während der Brutzeit erschossen. Welch schreckliche und sinnlose Tat! NABU und LBV haben daraufhin 2010 den Kormoran zum Vogel des Jahres gewählt, da kein Anlass bestehe, die Vögel abzuschießen. Es solle vielmehr ein Umdenken einsetzen, diesen Vogel „als natürlichen Bestandteil unserer Gewässerökosysteme zu akzeptieren“, sprach der NABU-Landesvorsitzende Stefan Schwill.

Ein wichtiger Punkt des Moor-Themas ist uns die Rückgewinnung vieler Vögel und Pflanzenarten, die es vor dem Torfabbau gegeben hat. Laut dem Vogelexperten Prof. Dr. Peter Berthold hat Deutschland seit 1850 60% der damaligen Vogeldichte verloren. In den letzten 30 Jahren ist die Vogeldichte nochmals um 20% zurückgegangen. Prof. Dr. Berthold hat 60 Jahre lang als Wissenschaftler und viele Jahre als Direktor in der Vogelwarte Rudolfzell gearbeitet, eine große Anzahl von Auszeichnungen erhalten, viele Bücher und wissenschaftliche Artikel geschrieben und hervorragende Vorträge gehalten. Nach seiner Emeritierung setzt er sich weiterhin für die Vogelwelt ein, u.a. mit dem Thema „Jeder Gemeinde ihr Biotop“.

 

Historischer Rückblick über den „Anklamer Stadtbruch“

Im Mündungsgebiet der Peene in Mecklenburg-Vorpommern entstand vor Jahrtausenden nach der Eiszeit ein weites Moorgebiet. Bereits im 18. Jahrhundert wurde durch die intensive Landnutzung mehr als 50% der Moorfläche entwässert. Torf wurde zur Brenn- und Energiegewinnung abgebaut, anfangs per Handstiche, später mit Maschinen, die dem Boden sehr geschadet haben. Im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft Ende der 1960er Jahre wurden Moore großflächig und tiefgründig entwässert und intensiv landwirtschaftlich bewirtschaftet. Das hatte einen dramatischen Rückgang von beinahe allen Pflanzen- und Tierarten, die an Moore gebunden sind, zur Folge. Moore verloren ihre Fähigkeit, als „Nieren der Landschaft“ Wasser und Stoffe zu speichern. Der durchschnittliche Torfzuwachs beträgt pro Jahr nur 0,5 bis 1,5 mm! In kleineren ökologisch wertvollen Gebieten wie dem „Anklamer Stadtbruch“ mit einer Gesamtfläche von ca. 1800 ha, mit etwa 1230 ha Waldfläche – Deutschlands größtem Moorwald – in diesem Gebiet wird inzwischen der Natur Raum gelassen, um die früheren ökologisch stabilen Verhältnisse eines Mündungsmoores wieder herzustellen. Teilbereiche wurden schon 1935 unter Schutz gestellt, erweitert wurde er 1937 und 1964. Die Schutzanordnung erging 1967. Seit dem Jahr 2000 gibt es ein politisch legitimiertes Moorschutzkonzept. Mecklenburg-Vorpommern hat im bundesweiten und internationalen Vergleich eine Vorreiterrolle beim Moorschutz eingenommen. Allein wegen der Größe und Weitläufigkeit des Gebietes ist die Wiedervernässung der Moore dort einzigartig in Mitteleuropa. Bis heute entstanden in diesem Naturschutzgebiet des NABU im „Anklamer Stadtbruch“ wertvolle Lebensräume für eine artenreiche hochspezialisierte Tier- und Pflanzenwelt, für eine vielfältige Flora und Fauna. Es gibt im Schutzgebiet Bruchwälder mit Flattergras, Gemeine Esche und Erle. Es wachsen Torfmoose, Schnabelseggen und Birken, Königsfarn, Gagel und Gilbweiderich. Auf dem ganzen Areal sind viele Schmetterlingsarten zu entdecken, wie etwa der Moorwiesen-Striemenspanner, der Enzian-Bläuling und 100 Brutvogelarten, z. B. der Seeadler, Rot- und Schwarzmilan, Wespenbussard, Kranich, Wendehals, Karmingimpel. Fischotter und Biber fühlen sich wohl. Moorrevitalisierung ist ein wichtiger Beitrag zum Klima-, Wasser- und Bodenschutz und zur Wiederansiedlung verlorengegangener Vogelarten und Pflanzen. 2018 erwarb die NABU-Stiftung 1.360 ha dieser wertvollen Wildnis, um sie vor neuen wirtschaftlichen Nutzungsinteressen und vor der intensiven Jagd zu bewahren. Inzwischen wurde in Bugewitz, nahe dem Moorsee, ein NaturKulturhaus errichtet.


Stilles LebenEinladung Marianne Dextor

Marianne Dextor

Malerei | Pastelle | Fotografie

25.01. – 07.03.2020

 

Einladung als PDF

Nachruf DNN 17.09.2020 als PDF

Abbildungen

Marianne Dextor, Alpenveilchen, ÖlmalereiMarianne Dextor, Früchte, ÖlmalereiMarianne Dextor, Seelandschaft, PastellMarianne Dextor im Atelier

 

 

 

Information

Eröffnung: Freitag, 24. Januar 2020, 19:30 Uhr

Einführung: Heinz Weißflog

Musik: Steffen Gaitzsch (Geige)

Midissage: Samstag, 29. Februar 2020, 17:00 Uhr | Gespräch mit der Künstlerin

 

Der Lebensweg von Marianne Dextor (* 1942 in Fassberg bei Zelle) ist zunächst typisch für Ihre Generation nach 1945. Nach einem Jahr Arbeit in der Produktion erhielt sie eine Ausbildung an der ABF für Bildende Kunst und konnte anschließend von 1962 bis 1967 Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden studieren.

Herbert Kunze, Hans Mroczynsky, Jutta Damme, Rudolf Bergander waren ihre Lehrer.  Geprägt hat sie in der Studienzeit auch die Begegnungen mit Gerhard Kettner und Günther Horlbeck.

Seit 1967 lebt und arbeitet sie als freiberufliche Künstlerin in Dresden, kein leichter Weg, den sie aber bis heute mit innerer Konsequenz beschritt.

 

„ S T I L L E S  L E B E N “ –  so der Titel ihrer Werkpräsentation, ist bezeichnend für ein Schaffen, das in der unspektakulären Einfachheit ihrer Bildgegenstände und der ausgewogenen Verhaltenheit der Komposition von Licht und Farbe zu tiefer Aussage findet.

Die Betrachtung von Früchten, Blumen und ländlicher Naturräume über die malerische Ausübung (Öl, Pastell) geschieht mit einer beeindruckenden Konzentration und Hintergründigkeit. Sie entwickelte ganze Serien ausgehend von einem Motiv und untersuchte dabei das Zusammenspiel von Licht und Farbe in Bezug zu Raum und Zeit als jeweiliges Moment. So entstanden Werke von hoher malerischer Intensität und Qualität  trotz oder gerade durch ihre schlichte Formulierung.

Um Momente geht es ihr auch in der Fotografie, ein Bildmedium, das ab dem Jahr 2002 für ihre künstlerische Arbeit zunehmend an Bedeutung gewann. Es sind einsame oder verlassene Gebäude, Dorfkirchen, später Industriebrachen, die eine Faszination auf sie ausübten. Auch hier besticht sie durch eine Licht-malerische Erkundung und einen sensiblen Blick für Raumsituationen.


 

 

BETEILIGUNGEN


7. Künstlermesse Dresden

06. – 08.03.2020

 

Deutsches Hygiene Museum Dresden

Künstlerbund Dresden e.V.

 


ZB 100 / Bild- und Wortwerke

Zündblättchen

u.a. Kerstin Franke-Gneuß, Rita Geißler, Angela Hampel, Gerda Lepke, Gabriele Reinemer
Evangelische Akademie Meissen
Freiheit 16, 01662 Meissen
Kreuzgang Sankt Afra
05.06. – 27.09. 2020

 

Flyer als PDF  Plakat als PDF

Vernissage am Samstag, den 05.06.2020, 17.00 Uhr
Begrüßung: Dr. Kerstin Schimmel
Einführung: Undine Materni
Lesung: Ulrike Gramann
 
Finissage am Samstag, den 26.09.2020, 18.00 Uhr mit ZB Zündstoff Lesungen
Montag bis Freitag: 9.00 – 16.00 Uhr nach telefonischer Anmeldung 03521 4706-22