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2019

 


WEGGEFÄHRTINNEN

Sigrid Artes | Kerstin Diallo | Herta Günther | Christiane Just | Christine Littwin | Gudrun Oltmanns | Margarita Pellegrin | Edith und Ursula Rzodeczko | Charlotte Sommer-Landgraf | Inge Thiess-Böttner | Petra Vohland

09.02.- 16.03.2019

 

Eröffnung am Freitag, den 08.02.2019, 19.30 Uhr

Einführung: Karin Weber [Kunstwissenschaftlerin/Galeristin]

Musik: „Herkules“ von Alan Hovhaness mit Nicolle Cassell [Gesang] und Steffen Gaitzsch [Geige]

 

Kabinettausstellung: l u s t v o l l a n a l o g | Annerose Schulze

Einladung VS als PDF  Einladung RS als PDF

 

Charlotte Sommer-Landgraf, ComputergrafikChristine Littwin 1986 - Kleines Lied der Freiheit - Zyklus UNIMA-Kongress - Schabaquatinta   Christiane Just Selbstbildnis 1983, 15 x 20cmMargarita Pellegrin, ErschiessungInge Thiess-Böttner, Serigrafie

 

 

 

 

 

Information

30 Jahre DRESDNER SEZESSION 89 e.V. – das sind 30 Jahre sichtbares Wirken und Fördern der Arbeit von Künstlerinnen in Dresden und darüber hinaus. Erinnern und Würdigen ist dabei mit ein wichtiges Anliegen unserer Aktivitäten.

„W E G G E F Ä H R T I N N E N“ ist eine Ausstellungsprojekt zum Jubiläum, das das Werk von Künstlerinnen / Kolleginnen / Freundinnen ehrt, die dereinst vor längerem oder noch bis kürzlich mit ihrem Schaffen in der Dresdner Kunstszene und darüber hinaus auf unterschiedliche Weise aktiv und präsent waren.

Dank der Unterstützung der Erben und Nachlaßbetreuer und dem Engagement der Künstlerinnen der Dresdner Sezession 89 e.V. sind Werke folgender Künstlerinnen zu sehen: Herta Günther, Kerstin Diallo, Margarita Pellegrin, Petra Vohland, Sigrid Artes, Christiane Just, Ursula Rzodeczko, Charlotte Sommer-Landgraf, Inge Thiess-Böttner, Gudrun Oltmanns, Christine Littwin und Edith Rzodeczko.

Diese Namen stehen für ein ein Leben für die Kunst und für ein Oevre, das wir nicht vergessen sollten. Die Ausstellung belegt, gleich welcher Generation angehörend, die Vielseitigkeit, Intensität, Sinnlichkeit und Kraft der Kunst von Frauen.

Biografien

Sigrid Artes

27.10.1933 geboren in Dresden, Geburtsname Gringmuth | 12.01.2016 verstorben in Dresden

 

1949 – 51      Lehre als grafische Zeichnerin

1951 – 57      Studium an der Hochschule für Bildende Kunst Dresden bei Hans Theo Richter und Max Schwimmer

1953               Geburt der Tochter

1954               Tod des Ehemanns

seit 1958       freischaffend in Dresden, nebenberufliche Arbeit als Kellnerin, Gebrauchsgrafikerin, Zirkelleiterin, Restauratorin

1972 Geburt des Sohnes

Restaurierungsarbeiten u.a. in Torgau, Neuzelle, Dippoldiswalde, Schloss Hoflößnitz, Dresden: Hotel Bellevue, Semperoper, Sempergalerie

1990 – 1997 Mitglied der Dresdner Sezession 89 e.V.

seit 1994 Studienreisen nach Irland, Italien, Südfrankreich und Tunesien

 

Kerstin Diallo

1970 in Dresden geboren | September 2017 in Dresden verstorben

 

1986–1989   Abendstudium an der HfBK Dresden

1991               Diplom zur Staatlich geprüften Spielzeugformgestalterin
                        Abschluss an der Puppenbühne Erfurt mit einer Hommage an den Expressionismus: Entwürfe, Bau der Marionetten, Bühne, Figurinen

1992               Immatrikulation an der HfBK Dresden in der Fachrichtung Bühnenbild

1994               Fachrichtungswechsel zur Freien Plastik

1996               Fachklasse MAX UHLIG an der HfBK Dresden bis zum Diplom

1998/99         Auslandsstudienjahr in Spanien, Immatrikulation an der

                        Universidad Complutense de Madrid in der Fachrichtung Architektur

2000               Diplom an der HfBK bei Prof. Max Uhlig

2001/2002     Meisterschülerin bei Prof. Max Uhlig

2002/2003     Meisterschülerin bei Prof. Martin Honert

2008/09/11    Lizenz Kunstvermittlung an den Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden

 

Herta Günther

1934 geboren in Dresden | 2018 gestorben in Dresden

 

1951-1956   Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Hans Theo Richter und Max Schwimmer

1956             Aufnahme in den Verband Bildender Künstler der DDR

seit 1957      freischaffende Künstlerin

1960             Heirat mit dem Grafiker Jürgen Günther

1964             Geburt des Sohnes Albrecht

1966             erste Ausstellung mit Zeichnungen, Farbradierungen und Ölbildern

1969             Aufnahme der Einplattenfarbradierung, Druck auf eigener Presse

1976             Erste Übersichtsausstellung des grafischen Werkes in der Staatlichen Galerie Moritzburg, Halle

1978             Geburt des Sohnes Attila

1984             Werkverzeichnis der Druckgrafik 1960-1983, herausgegeben von Manfred Schmidt, Berlin

Ausstellungen

2015    Städtische Sammlungen Freital

2014    Galerie LEO.COPPI, Berlin | Galerie Döbele, Dresden

2009    Städtische Sammlungen Freital

2004    Galerie Döbele, Dresden

1999     Neue Sächsische Galerie, Chemnitz | Galerie Schmidt-Rottluff, Chemnitz

1994     Galerie Nikolaus Fischer, Frankfurt/ Main

1993     galerie am blauen wunder, Dresden | Galerie Kunst der Zeit, Dresden

1989     Galerie Junge Kunst, Frankfurt/ Oder

1986    Staatliche Galerie Moritzburg, Halle | Galerie Kunst der Zeit, Dresden

1985    Galerie im Hof, Kronenberg | Galerie B. Wolffer, Berlin | Galerie Schmidt-Rottluff, Chemnitz | Staatliche Museen Schwerin

1984    Art Basel

1982    Galerie am Brühl, Karl-Marx-Stadt

 

Christiane Just

1960 in Dresden geboren | 11.09.2011 in Dresden gestorben

 

1974 – 1979    Abendstudium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden

1981 – 1987    Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Diplom

Seit 1987         Bücher im Selbstverlag, u. a. im Leitwolfverlag 1987 Gründung der „Schevchenpresse“

1980 Mitbegründerin der Malschule und der Galerie im Kulturverein riesa efau

Seit 2000 Vorstandsmitglied im Sächsischen Künstlerbund

2003 – 2005 Fernstudium Webdesign, Diplom

2004 Mitbegründerin der BUCHENpresse, Grafik, Typografie

2005 – 2011 Mitglied in der Dresdner Sezession 89 e.V.

Zahlreiche Beteiligungen an Ausstellungen und Kunstprojekten im Inland (Dresden, Freiberg, Riesa, Rothschönberg, Coswig, Bonn, Lauenburg, Trier, Wittenberg, Wolfenbüttel, Weimar) und im Ausland (USA, Polen, Niederlande, Frankreich)

 

Christine Littwin

geboren am 08.01.1053 in Waren-Müritz | gestorben am 02.01.1995 in Dresden

 

eine der Gründungsmitglieder der Dresdner Sezession 89

1971 – 1973 Arbeit in Kunstschmiede und Keramikwerkstadt des „VEB Zentrum Bildende Kunst“ in Neubrandenburg

1973 – 1977 Studium an der HfBK Dresden

seit 1977 freischaffende Malerin / Grafikerin

Nach langer schwerer Krankheit starb Christine Littwin im Alter von knapp 42 Jahren zurückgezogen in Dresden . Ihr Glaube an Jesus Christus gab ihr Kraft in dieser schweren Zeit. Sie hinterließ einen Sohn.

Ausstellungsbeteiligungen:

1978 – „Damastmuseum“ Großschönau mit Peter Graf und Peter Herrmann

1985 – „Grafik aus Dresdner Werkstätten“ , „Einblicke“ in Dresden

1987 – „100 ausgewählte Grafiken“, „Puppenspiel“ („UNIMA- Kongress“), Dresden

1988 – „Blaues Wunder“, Dresdner Junge Künstler, Dresden

1989 – „Bezirksausstellung“ Dresden, „Frauenausstellung“ in Leningrad,

  – „Dresdner Kunst – im Auftrag entstanden“ in Hamburg

1990 – Gründungs-Austellung sowie Weihnachts-Ausstellung der Dresdner Sezession 89

1991 – Sezessions-Ausstellung „Das Tier – der Mensch“ in Homburg-Schwarzenacker

1992 – „Malerei / Plastik / Grafik“ der Dresdner Sezession 89,

          – Sezessions-Ausstellung Galerie Nord Dresden,  Ausstellungspavillon am Mirabellgarten Salzburg                                                  

 

Gudrun Oltmanns

1959 geboren in Olbernhau/Erzgebirge | 2001 in Dresden am 24. November gestorben

 

1976                          Berufsausbildung als Holzbildhauer

1979-80                   Hilfskraft in der Kinderpsychatrie Wechselburg

1980                         Umzug nach Dresden, verdient den Lebensunterhalt als Kantinenbetreiberin, bei der Post und als Backstubenhilfe

1981–84                  Abendschule an der Hochschule Bildende Künste Dresden

1984–89                  Abitur, Studium an der Hochschule für Bildende Künste
 Dresden, Diplom bei Prof. Klaus Schwabe

1990                          Gründung des Kunstvereins „Alte Feuerwache Loschwitz”

1995                          Stipendium der Tangerding-Werkstiftung

                                   Aufenthalt in Ghana

1998                          bezieht eine Wohnung im Künstlerhaus Dresden Loschwitz

Zahlreiche Ausstellungen und Projekte

Werkverzeichnis des Nachlasses, herausgegeben von den Erben,
 Leipzig 2006

Katalog zur Ausstellung „ VIER,1 “, Gudrun Oltmanns, Ulrike Rösner, Ulrich Schollmeyer, Ulrich Schweiger, Leonhardi – Museum, Dresden 1991

Katalogheft zur Ausstellung „ Fröhliche Verwicklung “, Marie-Luise Faber und Gudrun Oltmanns, Leonhardi - Museum Dresden 1992

Katalog zum Workshop „ ALL & TAG “, Gudrun Oltmanns, Peter Bauer, Bretislav Charwot u.a. in der Galerie Nord, Dresden 1992

Handzeichnungen von Peter Bauer, Jens Herrmann, Gudrun Oltmanns u.a. vom 10.9. bis 13.9.1992 in den Ausstellungsräumen der Alten Feuerwache Loschwitz e.V.;

Ausstellungskatalog zur Sommerwerkstatt „ Keramik – Freifeuerofen in Saalfeld “, Gudrun Oltmanns, Sylvia Bohlen, Kathleen Wunderwald, Annette Möbius und Heidemarie Kasanowski, 1992/1993

„ Zeit – Blick. Kunstlandschaft in Sachsen “, Ausstellungskatalog, hrsg. vom Sächsischen Künstlerbund 1994

Werkverzeichnis des Nachlasses, herausgegeben von den Erben,
 Leipzig 2006

Verzeichnis der Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen

1990 „ Plastik / Zeichnung / Grafik der Studierenden der Hochschule für Bildende Künste Dresden “, Austauschausstellung der HfBK Dresden und der Fachhochschule Hannover;

1991 Gemeinschaftsausstellung mit Maria Luise Faber und Maria Lino im Kunstverein Schloß Röderhof bei Halberstadt

1991 „ VIER,1 “, Gudrun Oltmanns, Ulrike Rösner, Ulrich Schollmeyer, Detlef Schweiger; vom 21.09. bis 27.10.1991 im Leonhardi-Museum, Dresden

1992 „ Fröhliche Verwicklung “, Maria-Luise Faber und Gudrun Oltmanns, Leonhardi-Museum, Dresden

1992 „ ALL & TAG “, Workshop Gudrun Oltmanns, Peter Bauer, Bretislav Charwot u.a., Galerie Nord, Dresden

1992 „ Handzeichnungen der Künstler des Vereins “, Peter Bauer, Jens Hermann, Gudrun Oltmanns u.a., Alten Feuerwache Loschwitz e.V.

1993 „ Keramik – Freifeuerofen in Saalfeld. Sommerwerkstatt 1993 “, Gudrun Oltmanns, Sylvia Bohlen, Kathleen Wunderwald, Annette Möbius und Heidemarie Kasanowski; Saalfeld

1993 „ Der Besitz von Tontauben “, Plastik und Zeichnungen von Gudrun Oltmanns, Alten Feuerwache Loschwitz e.V.

1993 „ Kunstverein Alte Feuerwache Loschwitz – Kunstfabrik Potsdam “,  Austauschprojekt in der Kunstfabrik Potsdam, (Volker Lenkeit, Peter Bauer, Gudrun Oltmanns, Torsten Reimer, Mareen Ulherr), mit Instalation Gudrun Oltmanns, „ Die Ankunft der Bienenkiste “.

1994 „ Vereinsmeyerey “, Malerei von Sándór Doro, Volker Lenkeit, Gudrun Oltmanns u.a.; Alten Feuerwache Loschwitz e.V.

1994 „ Zeit – Blick. Kunstlandschaft in Sachsen “, 1. Sächsische Kunstausstellung nach 1928; Dresdener Schloß

1995 „ IV Pro Arte Saxoniae Chemnitz 1995 “, Lithografiesymposium in der Neuen Chemnitzer Kunsthütte, Beteiligung

1995 „ Ofenfigur im Brennhaus. Metapher eines Brennofens “, Ausstellung vom in der Töpferei Christine Freigang in Bürgel/ Jena.

1995 „ 4. Sommerwerkstatt Keramik-Projekt Freifeuerofen Saalfeld “, Kabinettausstellung in der `Saalegalerie´, Saalfeld. (Sylvia Bohlen, Gudrun Oltmanns u.a.)

1995 „ Miniatur “, Galerie am Damm, Dresden, Beteiligung

1996 „ Kleines Hygienemuseum “, Installation während des Herbstfestes `5 Jahre Feuerwache´; Dresden Loschwitz.

1997 „ Reiseerinnerung. Gudrun Oltmanns “, Zeichnungen, Monotypien, Lithographien; Galerie am Damm, Dresden.

1997 „ Echo / Regen “, Installationen, Monotypien und Zeichnungen; Galerie Adlergasse, Dresden.

1997 „ Zwei mal zwei “, Susana Réberdito, Christiane Schlosser, Gudrun Oltmanns und Ute Richter; Galerie Kasten, Dresden und Mannheim.

1997 „ 5 Jahre Keramiksymposien in Saalfeld “, Ausstellung im Thüringer Heimatmuseum, Saalfeld. (Sylvia Bohlen, Gudrun Oltmanns u.a.)

1998 „ Immer wieder Künstlerhaus. Installation der Künstlerhäusler der Alten Feuerwache “, Alten Feuerwache Loschwitz e.V. (Andreas Garn, Volker Lenkeit, Gudrun Oltmanns, Detlef Schweiger)

1999 „ Schloßavancen “ Zeichnungen und Plastiken, Museum Schloß Klippenstein / Radeberg

2001 „ A eins “, Gudrun Oltmanns & Blaumann (Marko Markov), Installation in der Alten Feuerwache Loschwitz e.V.;

2001 Das letzte Werk von Gudrun Oltmanns ist die Lithographie-Mappe 10 Jahre Kunstverein Alte Feuerwache Loschwitz. Die Arbeit an dieser Mappe konnte sie nicht vollenden, dafür steht der  Abdruck des leeren Steines am Ende der Mappe

2009 „ Afrika “, Galerie am Damm, Dresden, „ Arbeiten aus dem Nachlass “, Alte Feuerwache Loschwitz e.V.

 

Margarita Pellegrin

 1940 geboren in Aue/Erzgebirge | 2016 gestorben in Dresden

 

1958-61  Studium an der ABF der Hochschule für Bildende Künste Dresden

1963       Übersiedlung nach Chile, Studium an der Universidad de Chile de Santiago

1964-69 Assistentin für Grafik/Universidad de Chile/Antofagasta

1974       Rückkehr nach Dresden nach dem Militärputsch in Chile / freiberufliche Grafikerin, Textilgestalterin und Malerin in Dresden

1990       Werbegrafikerin

1992-93 Weiterbildung zur Medienfachfrau

1994-95 Mitarbeit als Grafikdesignerin im Verein zur Förderung gewaltfreier Medien; Mitarbeit in Animationsfilmen: „Oh! Der Mensch“, „Der Blickesammler“ von Hernando León

1998       Mitarbeit in der Galerie drei, Dresdner Sezession 89 e.V.

1999-2000 Restauratorin für Animations- und Handpuppen im DIAF

2003      Regie , Produktion und Gestaltung des Animationsfilms „Der Fall“

2008      Regieassistenz „Unterwegs nach Ithaka“

ab 2012 Leben in Dresden und Spanien

Personalausstellungen in Antofagasta und Santiago (Chile), Lima (Peru), Dresden, Pirna, Cottbus, Magdeburg, Berlin und Kemi (Finnland)

Ausstellungsbeteiligung in Chile, Peru, Bolivien, Argentinien, Deutschland, Spanien, Polen, USA, Kanada, Finnland, Niederlande und Frankreich

 

Edith Rzodeczko

1927                          in  Groß-Pesterwitz/Schlesien geboren | 1984 in Dresden verstorben

 

1933 – 1943             Besuch der Volksschule und Aufbauklasse in Breslau

1943 – 1945             Buchhändlerin in Breslau

1945                          Flucht – Beginn einer schweren Krankheit

1945 – 1948             Landarbeiterin und Fabrikarbeiterin

1948 – 1951             Vorstudienabteilung der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg,

                                   Kunsterziehung bei Prof. Felixmüller

1951 – 1956             Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden

                                   Tafelmalerei, Diplom bei Prof. Michaelis

1956                          freischaffend

1964                          Invalidisierung, schwerbeschädigt

1965                          Herzoperation

 

Ursula Rzodeczko

1929 am 9.März in Groß-Peterwitz/Schlesien geboren | 2018 in Dresden verstorben

 

1935-1948                Volks- und Mittelschulbesuch in Breslau

1949                          Abitur an der Vorstudienanstalt der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg

1949-1951                Studium an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg Kunsterziehung bei Prof. Conrad Felixmüller

1951-1956                Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden

1957-1989                Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden in der Abteilung Kunsterziehung und Abendstudium

1979 -1989               in der Malklasse Grafik/Malerei von Prof. Gerhard Kettner

1983-1989                Dozentin für Malerei

1989                          Martin-Anderen-Nexö-Kunstpreis der Stadt Dresden

 

Carlotte Sommer-Landgraf

1928               geboren am 20. Juli in Dresden |2006  gestorben am 11. November in Dresden

Bildhauerin und Computer-Künstlerin

 

1947               Abitur

1948 – 1952 Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden

                        bei den Professoren Winde, Koelle und Walter Arnold

1952               Diplom, Restaurierungsarbeiten an der Staatsoper Berlin

1953               Heirat mit Günther Landgraf

                        bis 1965 Geburt von 4 Kindern

ab 1953         intensives Zeichnen und Beschäftigung mit dem Porträt

1977 – 1979 Beteiligung an Bildhauersymposien mit überlebensgroßen

                        Sandsteinskulpturen – aufgestellt in Dresden

                        Entstehung mehrerer Sandsteinskulpturen und Porträts in Bronze

seit 1982        Beschäftigung mit Marmor

1981 – 1988 Lehrauftrag an der TU Dresden für „Figürliches Zeichnen“

Zahlreiche Ausstellungen und Projekete, Zahlreiche Skupturen im öffentlichen Raum

Arbeiten befinden sich in zahlreichen auch internationalen Museen und Sammlungen

 

Inge Thiess-Böttner

25.11.1924 in Dresden geboren | 10.03.2001 in Dresden verstorben

 

1940                          Bekanntschaft mit Etha Richter.
1943 – 1944              Besuch der privaten Dresdner Malschule von Simonson-Castelli.
1944                          Studium der Malerei an der Dresdner Kunstakademie.
1945 – 1947              Privatschülerin bei Ernst Hassebrauk.
                                   Trümmerfrau an der Dresdner Kunstakademie.
1949                          Fortsetzung des Studiums bei Karl Rade und Wilhelm Lachnit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
ab 1951                     Freischaffende Künstlerin in Dresden; neben dem eigenen künstlerischen Schaffen war sie tätig in der Werbegestaltung für Messen und Ausstellungen.

Sie arbeitete für Theater, Film und Fernsehen, u.a. als Regieassistentin im DEFA-Studio von Dresden. Erfinderin der Puppenfiguren „Flax“ und „Krümel“. Kostüm- und Maskenbildnerin am „Theater der Jungen Generation“, Dozentin an der Spezialschule für Textilgestaltung.

ab 1957                     Organisation von Ausstellungen zur Dresdner Kunst im eigenen Atelier.
1970 – 1983              Tätigkeit in der Abgusswerkstatt der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
1980                          Erste konstruktive Schablonenabdrucke gefertigt.
1983 – 1986              Restauratorin in der Skulpturen- und der Puppentheater-Sammlung in Dresden.
ab 1986                     Beständige Erweiterung ihres bildkünstlerischen Spektrums, z.B. um Fotografie und Keramik.
2000                          Grafikpreis der Dresdner Bank Chemnitz I. Klasse.

 

Petra Vohland

1953                                      geboren in Zwickau | 2017 gestorben in Weinböhla

 

1969 bis 1978                      Porzellanmanufaktur Meißen

1975 bis 1978                      Abendstudium an der HfBK Dresden

1978 bis 1983                      Studium Malerei / Grafik an der HfBK Dresden bei Siegfried Klotz und Prof. Günter Horlbeck,

                                               Diplom : Radierzyklus zu Dante Alighieri

seit 1989                               Gründungsmitglied der DRESDNER SEZESSION 89 e.V.

seit 1991                               Mitglied des Künstlerbund Dresden e.V.

seit 2001                               Vorstand Künstlerbund Dresden e.V.

seit 2001                               Leitung der Jugendkunstschule Meißen

2018                                      GARTEN EDEN – Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der ‚galerie drei‘

                                               Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland

 

 

Laudatio

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie von Herzen am heutigen Abend im Namen der Sezessionistinnen in der galerie drei zu unserem ersten Ausstellungsprojekt in Dresden im Jahr 2019, für uns einem ganz besondern Jahr, dem Jahr in dem wir unser 30 jähriges Jubiläum mit zahlreichen Ausstellungsprojekten begehen werden. Es sei mir an dieser Stelle gestattet Ihnen von ganzem Herzen ein friedliches Jahr mit viel Kunstgenusss zu wünschen. Bereits am 5. Januar 2019 begann unsere Jubiläumstour mit einer Ausstellung in der Galerie am Park in Wien, die großen Zuspruch fand.

Und nun möchte ich die Gelegenheit nutzen, Kerstin Quandt und Christa Donner im Namen der Sezession 89 Dank zu sagen für ihr Engagement, bei allen Erschwernissen, unsere Geschäftsstelle am Laufen zu halten. Und dafür haben beide unseren Applaus verdient.

Dass eine Gruppe von Künstlerinnen den Mut hat, sich immer wieder innerhalb von dreißig Jahren bildkünstlerisch in gesellschaftliche Diskurse einzumischen ist in der sächsischen Kunstgeschichte einzigartig und vielleicht auch darüber hinaus. Es sei mir gestattet Rückschau zu halten:

Wir hatten es ganz einfach wörtlich genommen, was man uns lehrte, dass es gesellschaftlich keine Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt und wir stießen dennoch im realen Sozialismus an Grenzen, von denen wir nicht wussten, dass diese überhaupt existierten. Wir waren uns nicht im Klaren darüber, dass patriarchalische Lebensphilosophien auch unter unseren männlichen Kollegen dominierten, die sich 1987 ausgeschlossen fühlten, als vier junge Künstlerinnen mit der Ausstellung „Innen/Außen“ gemeinsam ihre Selbstbekenntnisse und Weltsichten offenbarten. Das war irritierend, zumal wir davon überzeugt waren, dass das Geschlecht in Kunstdingen nicht der wesentlichste Aspekt sein sollte, da Kunst nicht nur bildet, sondern aufrüttelt, zum Nachdenken, Querdenken und Phantasieren anregt- und warum sollte man sich dann selbst auseinander dividieren? Aber wahrscheinlich gehören Kunst und Macht und Wahn doch zusammen! Katharsis durch Kunst ist eine Utopie, leider! Die rosarote Brille war gefallen und die Sehnsucht nach Gemeinschaftlichkeit wurde größer, sich auszutauschen über Schaffensbedingungen, Ansprüche und Möglichkeiten, sich auszudrücken und gehört und gesehen zu werden. Als dann nächtens das Staatssystem der DDR implodierte, die Grenzen durchlässig wurden und das bürgerliche Gesetzbuch noch nicht zur Gegenwart gehörte, in dieser Zwischenwelt des nicht mehr und noch nicht, wurde es möglich, sich auch offiziell zusammenzufinden und wir nutzten die Chance, einen Verein zu gründen, die Dresdner Sezession 89, in Anlehnung an die renitenten Abspaltungen des Kunstbetriebes zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in denen Künstlerinnen allerdings nicht zu finden waren, nur als Randnotiz Beachtung fanden.Wir wollten uns nicht abgrenzen, sondern vor allem zeigen, und das explizid, dass Kunst von Frauen keineswegs minder zu bewerten ist, als die von Männern. Und es gab zahlreiche Männer, die wie wir einen Schritt vorausgeeilt waren und ebenso dachten und lebten und auf diese Männer konnten wir uns verlassen. Dass Frau mehr leisten muss, um als kreative Gestalterin wahrgenommen zu werden als Mann, ist kein Geheimnis mehr, ebenso, dass es schwer ist, die Männerbünde im Betriebssystem Kunst zu unterlaufen. Dass es uns aber dennoch gelungen ist, sich dreißig Jahre lang in einem allgemeinem Klima egoistischer Verzerrungen mit idealistischem Anspruch zu behaupten und durchzusetzen, ist mehr als bemerkenswert. Wenngleich auch wir nicht frei von Unstimmigkeiten und Missverständnissen waren, hielten wir dennoch, wenn es darauf ankam, zusammen. Die Euphorie der Anfangsjahre, in denen alles möglich schien, ließ uns mit beherzter Kraft und ungezügeltem Enthusiasmus aneinander reiben und gemeinsam Ausschau halten nach kraftvollen, weiblichen Künstlerpersönlichkeiten, die bei uns und mit uns ausstellten. So errangen wir uns einen Namen weit über die engen Grenzen des Elbtals hinaus. Es hatte sich schnell herumgesprochen, dass man in den Galerien der Sezessionistinnen mit visuellen wie akustischen Überraschungen zu rechnen hatte, dass wir uns nicht nur auf kunsthistorisch begründete und belegte Traditionen beriefen, sondern auch mit Vorliebe Experimentelles, Unkonventionelles zur Schau stellten. Ein androgyner Geist beherrscht uns, so dass wir daran arbeiten, dass Frau und Mann gemeinsam und gleichberechtigt die Welt der nachfolgenden Generationen gestalten sollten. Mit dieser Ausstellung nun verweisen wir ausschnitthaft auf das Werk unserer „Weggefährtinnen“, die bildnerisch eine unverwechselbare Spur hinterlassen haben und an die wir uns erinnern möchten. Ich danke allen Leihgebern, die uns diese Ausstellung ermöglichten, das sind u.a.Hedwig Döbele, Andreas Hegewald, Norma Vohland, Peter Graf, Hernando Leon, Nachlassverwalter und Familien. Ein Statement der 2006 verstorbenen Künstlerin Charlotte Sommer-Landgraf könnte für alle stehen::„Kunst macht keine Kriege und verhindert keine, aber Kunst kann Menschlickeit ausstrahlen und zur Menschlichkeit anregen. Kunst verhält sich kritisch zur Zeit, weil sie auf der eigenen Verantwortung des Künstlers beruht.“ Weithin sichtbar ist auf der Neustädter Seite im Palaisgarten ihre Marmorskulptur eines abstrahierten aufsteigenden Engels mit dem Titel „sich befreien“ von 1987, die 1990 aufgestellt wurde. Auf Anregung ihres Mannes begann sie sich seit 1987 mit Computergrafik zu beschäftigen. Günter Landgraf entwickelte eigens für sie Programme. Die mit dem Computer gezeichnete Grafik begleitete ihr bildhauerisches Werk, gab diesem Impulse. Durch Schichtung, Überlagerung und Zusammenfügung von farbigen Lineaturen und Flächen entstand ein spannungsvoller, lebendiger Rhythmus, der den Betrachter gleichermaßen fordert wie das skulpturale Werk der Künstlerin. Gemeisam mit ihr experimentierte auch Inge Thiess-Böttner (gestorben 2001) ein paar Jahre, welche als bedeutende Vertreterin eines lyrisch ausgeprägten Konstruktivismus gilt. Am 21. November 1958 schrieb Max Schwimmer, Lehrer und Freund von Sigrid Artes, auf einer Postkarte an die damals 25-jährige:

„Hat Dich die Kunst berührt? Bist Du ans Kreuz geschlagen? Preise Dein Los und genieße das bittersüße Glück des Nichtalltäglichen, des Nicht-anders-Könnens. Immer sind neue Abenteuer zu bestehen, Linie und Farben sind die Ausgangspunkte, und alle Gestaltungsmöglichkeiten wohnen schon in ihnen, aber Schätze hebt nur, ‚wer immer strebend sich bemüht.“ Sie hat viele Schätze gehoben mit einem expressiven Realismus im Porträt und in der Landschaft. Ein Jahr später, 2017, nahmen wir Abschied von Petra Vohland. Sie thematisierte auf ihren Arbeiten die Vertreibung aus dem Paradies, das Ringen, das Hadern, das Irren, das Hoffen und das Lieben und blieb der Figur verhaftet. Spitz und kantig bewegen sich die Linien und umkreisen das in die Welt Geworfensein des Menschen, der sich selbst finden muss. Die Figur agiert in offenen Räumen, die nur vage angedeutet sind und wird von allen Seiten attackiert. Kerstin Diallo schied 2018 aus dem Leben und hinterließ sensible Radierungen und Zeichnungen, die abstrakt figürlich lesbar sind und gleichnishaft das menschliche Ringen um Harmonie im universellen Kosmos beschreiben. Viel zu früh verstarb Christine Littwin, es war bereits 1995. Aufmerksam beschrieb sie in den Arbeiten ihr persönliches Umfeld. Ursula Rzodeczko starb im Alter von 88 Jahren 2017 still und zurückgezogen mitten unter ihren vielen Bildern in der 8. Etage eines Dresdner Hochhauses. Ihre Stärke war die Farbe. Prof. Kettner äußerte sich einmal anerkennend über sie:“..sie färbt nie Form, sondern formt aus Farbe.“ Stillleben, Porträts und Akte waren ihre Sujets. Bis zum Schluss arbeitete sie an einem Porträt ihrer geliebten Schwester Edith, die bereits 1984 verstarb. Wir sind glücklich auch von dieser vergessenen Künstlerin Arbeiten zeigen zu können. Die teilweise hell gleißenden, ätherisch durchlichteten Arbeiten von Christiane Just verschweben in einem unaufhaltsamen, dynamischen Fließen von Farbströmen und Farbklängen, die verbal kaum zu fassen sind. In diesem Universum, das sich wellenartig ausbreitet, findet man  ornamental verwandelte Zeichen für Augen und Münder, für Pflanzen und Tiere, für Menschen, die im Reigen der vier Elemente von Feuer, Wasser, Luft und Erde miteinander auf Gedeih und Verderb verbunden sind. Sie legte 2011 den Pinselaus der Hand. Gudrun Oltmanns besetzte im Frühjahr 1991 mit weiteren Künstlerinnen und Absolventinnen der Kunsthochschule die alte Feuerwache in Dresen Loschwitz, um verschiedene Kunstformen und Kulturprojekte zu verwirklichen. Es war die Geburtsstunde des Vereins Alte Feuerwache e.V. 2001 verstarb sie nach langer Krankheit. Volker Lenkeit schrieb über sie:

“Als Künstler gottgleich schuf sie ihre Wesen aus Ton, in den Formen des Lebens, dem Samenkorn, dem Halm und immer wieder die menschliche Figur, löste sie die Schwere der Erde auf und kombinierte ihre scheinbar unvollkommenen Figuren oft mit der Perfektion der Natur.“ Natürliche Leichtigkeit durchzieht alle ihre Arbeiten. Margarita Pellegrin, 2016 gestorben hatte einen unverwechselbar eigenen Figurenkanon entwickelt. Sie beschäftigte sich mit Textildesign, Malerei, Grafik, Zeichnung und dem Medium der Installation. Auf den Bildern von Hertha Günther,  die 2018 ihre Augen für immer schloss, wurde Alltägliches zum Besonderen. Ihre Porträts und Cafe-Interieurs waren geschult mit Blick auf die großen Veristen der 20er Jahre. „Melancholie und Tristesse umweht die Schönen“, heisst es in einem Artikel.

Im Kabinett sehen sie neue Arbeiten von Annerose Schulze mit dem lebenszugewandten Titel „lustvoll-analog“.

Lustwandeln sie also durch unsere Ausstellungen und erinnern sie sich und entdecken sie die Werke für sich neu.

Dank gilt an dieser Stelle auch Thomas Bawolski für die konstruktive Hilfe beim Ausstellungsaufbau.                                                                  

Karin Weber