2025
BLICK ← → Wechsel
TANDEM 2025 // KUNST TRIFFT DESIGN
Ursula Susanne Buchart – Klara Meinhardt // Christa Donner – Kirsten Jäschke // Rita Geißler – Susanna Geißler // Christiane Latendorf – Brit Kolleß // Kerstin Quandt – Kristina Rothe // Annina Hohmuth – Ilka Rosenmüller // Gabriele Reinemer – Ute Schmidt // Annerose Schulze – Sybille Förster // Irene Wieland – Dorothee Mahnkopf
28.11.2025 – 24.01.2026
Einladung VS als PDF Einladung RS als PDF Laudatio als PDF
Vortrag
Anselm Wohlfahrt [TU Dresden] Vom Entwurf zum Erleben – Wie Kunst und Design Bedeutung erzeugen.
Vortrag Samstag 31.01.2026, 16.00 Uhr
Gestaltete Objekte lösen in uns emotionale Reaktionen aus. Die Art und Intensität, mit der wir ihnen begegnen – ob wir sie benutzen, betrachten oder ignorieren – beeinflusst maßgeblich, welche Bedeutung wir ihnen zuschreiben. Sowohl Kunstwerke von Künstler:innen als auch Produkte und Dienstleistungen von Designer:innen entstehen aus einem konkrten Auftrag heraus: Sie sollen Wahrnehmung lenken, Erwartungen erfüllen, oder bewußt irritieren. Der Vortrag „Vom Entwurf zum Erleben“ von Anselm Wohlfahrt geht der Frage nach, wie Kunst und Design entwerfen, worin sie sich unterscheiden und an welchen Punkten sie sich gegenseitig inspirieren.
Anselm Wohlfahrt studierte Industriedesign und Produktgestaltung in Magdeburg, Mailand und Halle (Saale). Seit 2021 arbeitet er an der Schnittstelle von Forschung und Design unter anderem für und mit den Forschungseinrichtungen Wuppertal Institut, RIFS (ehemals IASS), Potsdam und dem Frauenhofer IVI, Dresden. Aktuell ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Technisches Design der TU Dresden angestellt und forscht im Kontext Innovationstransfers und der Entwicklung von Produkt-Service-Systemen unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsparametern.
Vernissage: Freitag, 28.11.2025, 19.30 Uhr
Einführung: Katharina Arlt
Schmuck Upcycling Workshop: Samstag 06.12.2025, 16.00 – 18.00 Uhr
Zur Planung bitte Teilnahme anmelden: slowupstu@gmail.com
Teilnehmergebühr 25 € (inklusive Material)
Vortrag Samstag 31.01.2026, 16.00 Uhr
Anselm Wohlfahrt [TU Dresden] Vom Entwurf zum Erleben – Wie Kunst und Design Bedeutung erzeugen.
In der von unserem Verein seit 2021 initiierten Projektreihe TANDEM stehen die künstlerische Begegnung wie auch die Gegenüberstellung von Themen, Fachbereichen und Stilistiken im Mittelpunkt. Ziel ist die Verknüpfung und Vernetzung verschiedener Gesellschaftsbereiche und unterschiedlicher künstlerischer Sparten. Im Fokus steht dabei die Rolle und Bedeutung der Frau für die Kunst und die Gesellschaft.
Zu unserem diesjährigem Projekt TANDEM 25 / BLICK-WECHSEL haben sich jeweils eine Künstlerin der Dresdner Sezession 89 e.V. mit einer Designerin oder auch im Bereich Design arbeitenden Künstlerin zusammengefunden um sich dem Thema Kunst und Design auf verschiedenste Art zu nähern.
Kunst und Design sind zwei eigenständige Bereiche. Beide schaffen visuelle Kommunikation durch den kreativen Umgang mit Material, Form und Farbe. Die Kunst ist die freie Schwester der angewandten Kunst, dem Design.
Wertvolle Synergien zwischen Kunstateliers und kreativen Werkstätten werden in diesem Ausstellungsprojekt sichtbar und erlebbar. Im kreativen Zusammenwirken der angewandten und der freien Kunst geben die Künstlerinnen der Dresdner Sezession 89 e.V. und die jeweils eingeladene Designerin mit ihren aus unterschiedlichen Positionen heraus entwickelten künstlerischen Werken einen Einblick in ihre laborative Kooperation, geprägt von dem bewegten Miteinander der jeweiligen Sichtweisen und Inspirationen.
Dieses Projekt wird freundlich unterstützt durch die Ostsächsische Sparkasse Dresden
S O U N D
28.09. – 08.11.2025
Einladung als PDF
Eröffnung: Sonnabend, 27.09.2025, 18.00 Uhr
Einführung: Susanne Burmester
Finissage: Gespräch mit der Künstlerin, 08.11.2025, 16.00 Uhr
Kurztext
Die Dresdner Konzeptkünstlerin und Bildhauerin Ulrike Mundt hinterfragt mit Witz aktuelle Phänomene gesellschaftlicher Kommunikation. Indem sie Ausdrucksformen des Produktdesigns adaptiert und mit handwerklich hergestellten Formen kombiniert, verknüpft sie künstlerische Diskurse mit der Alltagswelt. In dieser Ausstellung stehen erstmals ihre Klangskulpturen im Fokus, die einen Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit darstellen. Bekannt erscheinende skulpturale Formen, werden mit gegenläufigen Sounds wie dem Knurren eines Hundes, Kurzwellengeräuschen oder einer musikalischen Sequenz kombiniert, die unerwartet einsetzen und auf diese Weise eine surreale Raumsituation erzeugen.
Langtext
In ihrer nächsten Ausstellung stellt galerie drei die Dresdner Konzeptkünstlerin und Bildhauerin Ulrike Mundt in einer Einzelausstellung vor. Im Mittelpunkt stehen erstmals ihre Klangskulpturen, die einen Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit darstellen.
Bekannt erscheinende skulpturale Formen und an Apparate erinnernde Installationen, werden mit gegenläufigen Sounds wie dem Knurren eines Hundes, Kurzwellengeräuschen oder einer musikalischen Sequenz kombiniert. Weil diese unerwartet einsetzen und im Widerspruch zum Klangkörper stehen, erzeugen sie surreale Raumsituationen. Das Publikum wird in eine audiovisuelle Erfahrung geführt, die rationales Erkennen und emotionales Erleben in ein ambivalentes Verhältnis zueinander setzen.
Gezeigt werden unterschiedliche Werke auf den Raum bezogen installiert, darunter auch die mehrteilige Installation Radio_roh. Sie wurde 2006–2008 im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der TU Dresden entwickelt und jetzt umfangreich überarbeitet. Darin geben fünf skulpturale Lautsprecher auditive Formate wie Morsezeichen, Rauschen und Rundfunk wieder, die auf Kurzwelle empfangen werden können und schaffen einen Klangteppich im Raum. Wandreliefs und andere Werke, die Mundts zentrales Thema gesellschaftlicher Kommunikationswege und deren Zerrüttungserscheinungen bearbeiten, ergänzen die Schau.
Mit ihren Skulpturen und Wandarbeiten hinterfragt Ulrike Mundt aktuelle Phänomene gesellschaftlicher Kommunikation, die durch Social media und den Verlust an Gewissheiten heute oft gestört sind. Indem sie Ausdrucksformen des Produktdesigns adaptiert und mit handwerklich hergestellten Formen kombiniert, verknüpft sie künstlerische Diskurse mit der Alltagswelt.
Über die Künstlerin
Ulrike Mundt (*1976 in Wismar) studierte an der Universität Greifswald, an den Kunsthochschulen in Arnheim und Amsterdam sowie der Hochschule für Bildende Künste Dresden, wo sie Meisterschülerin bei Monika Brandmeier war.
Ihre Werke finden europaweit Beachtung, zuletzt waren Einzelausstellungen unter anderem in Tübingen und Antwerpen zu sehen. Die Künstlerin wird zu ortsspezifischen Installationen im öffentlichen Raum sowie zu bedeutenden Gruppenausstellungen eingeladen, darunter zuletzt „Worin unsere Stärke besteht. 50 Künstlerinnen aus der DDR in Berlin“ (kuratiert von Andrea Pichl). ulrike-mundt.com
Über Susanne Burmester
Susanne Burmester, M.A., arbeitet seit 1995 als Galeristin und freiberufliche Kuratorin, unter anderem bis 2025 für die Galerie Circus Eins des Kunstvereins Rügen e. V. in Putbus. Seit 2017 ist sie als Mediatorin für Kunst im Bürgerauftrag im Modell Neue Auftraggeber tätig und begleitet Bürgerinitiativen in Mecklenburg-Vorpommern, die Projekte bei Daniel Knorr, Antje Majewski und Christoph Schäfer in Auftrag gegeben haben.
Handlungsraum 2025 Juliane Schmidt
25.08. – 14.09.2025
InformationOffenes Atelier / Austausch
Donnerstag: 28.08.2025+ 4.09. + 11.09.2025, 12.00 ‒ 15.00 Uhr
Freitag: 29.08. + 5.09. + 12.09.2025,15.00 ‒ 18.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung: post@julianeschmidt.com
www.julianeschmidt.com
Präsentation: Sonntag, 14.09.2025, 15.00 ‒ 18.00 Uhr
Konzert: Treta Mominka, Sonntag, 14.09.2025, 16.00 Uhr
HANDLUNGsRAUM (Projektreihe seit 2020) _________________________________________
– bedeutet die Fokussierung der Förderung der zeitgenössischen Kunst von Frauen, deren Arbeiten sich vor-rangig im konzeptionellen Bereich wie auch in den neuen visuellen Medien bewegen und deren Inhalte von übergreifenden Themen geleitet sind. Dabei verlegt die eingeladene Künstlerin ihre künstlerische Arbeit für einen bestimmten Zeitraum in die Galerie, d.h. in die öffentliche Wahrnehmung und gewährt so interessierten Besucher*Innen einen Einblick in die Prozesse ihres künstlerischen Denkens und Handelns.
Zu den entsprechend ausgewiesenen Öffnungszeiten können die Besucher im persönlichen Gespräch mit der Künstlerin die Vorgänge der künstlerischen Entwicklung ihres Projekts mit verfolgen und so ein Verstehen dieser Kunstformen bewirken. Auch für die Akteurin bedeutet diese Arbeitsform eine interessante, künstlerisch anregende Auseinandersetzung und eröffnet neue Sichtweisen.
Vita/Projekt
Juliane Schmidt (* 1982 in Görlitz) nutzt die poetische Kraft der Vergeblichkeit und übersetzt Alltagsbeobachtungen und Überlegungen zum menschlichen Sein. Dabei verbindet sie auf experimentelle Weise Zeichnung, Fotografie, Video, Klang und Erzählung. Sie studierte an der Bauhausuniversität Weimar, der Accademia di Belle Arti di Roma und an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und erhielt 2012 den Robert-Sterl-Preis der Sammelstiftungen des Bezirks Dresden. 2013 lebte und arbeite sie ein Jahr als Stipendiatin des Kunstgenerators in Viersen in Nordrhein-Westfalen. Reisestipendien der Landeshauptstadt Dresden führten sie 2012 nach Straßburg, 2014 in Kooperation mit dem Goethe-Institut nach Rotterdam und 2024 nach Salzburg.
Juliane Schmidts künstlerische Praxis ist vielfältig. Zum Beispiel realisierte sie 2022 das Kunst-am-Bau-Projekt „Beppo“ für die TU Bergakademie in Freiberg, während 2023 das auf individuellen Erfahrungen und Erzählungen von Kolleginnen basierende Hörstück „Oh Shit Frau Schmidt“ über die Herausforderungen von Mutterschaft und kreativer Berufung folgte.
Den zeitlichen Kipppunkt der individuellen Existenz – im Leben ungefähr ähnlich weit in die Vergangenheit wie in die Zukunft schauen zu können (wobei sich die Sicht in beide Richtungen ab einem gewissen Punkt trübt) – nimmt Juliane Schmidt als gedanklichen Ausgangspunkt für den Handlungsraum 2025 in die Galerie drei mit. Im Austausch mit den Besucher:innen der offenen Atelierphase möchte Juliane Schmidt Erfahrungen und Gedanken über die Veränderungsprozesse des Älterwerdens sammeln. Menschen jeden Alters, die Teil des Projekts F/Alter* sein möchten, sind herzlich eingeladen, folgende Fragen als Anhaltspunkte für das eigene Erzählen zu nehmen und ihre Gedanken in einem persönlichen Gespräch in der Galerie drei oder auch per Mail an post@julianeschmidt.com mit der Künstlerin zu teilen.
Was ist Deine Haltung zum Älterwerden / zum Alter / zur Endlichkeit Deiner Existenz?
Wie hat sich Deine Einstellung diesbezüglich im Laufe deines Lebens entwickelt/verändert?
Welche Veränderungen nimmst Du durch das Älterwerden bei Dir wahr? (z.B. in Bezug auf Selbst- und Fremdwahrnehmung, Deinen Platz in der Gesellschaft, Deine Fähigkeiten…)
In Anbetracht der eigenen Endlichkeit, wie bewertest Du dein Tun?
* 1. Falter sind Schmetterlinge in ihrer letzten Phase des Seins – dem Flugstadium.
H I N A K O K A G A W A (Tokio / Japan)
F E M I N I S M U S
Lithografie, Zeichnung, Kunstbücher
31.05. – 05.07.2025
InformationVernissage: Samstag, 31.05.2025, 18.00 Uhr
Einführungsgespräch mit der Künstlerin Hinako Kagawa und der Kuratorin Rika Nemoto
Zwei Mitglieder der Dresdner Sezession 89 e.V., Yini Tao und Irene Wieland, haben über ein eigenes künstlerisches Projekt in Japan die junge Künstlerin Hinako Kagawa in Tokio kennengelernt und wir freuen uns sehr, ihre eindrucksvolle Kunst jetzt in Dresden in unserer Galerie vorstellen zu können.
Hinako Kagawa (*1997 in Tokio/Japan) absolvierte ein Studium der Ästhetik an der Fakultät für Bildende Kunst der Tokyo University of the Arts und schloss anschließend den Master-studiengang in Druckgrafik an derselben Universität ab.
Ihre künstlerischen Intensionen beschreibt sie im folgenden aktuellen Statement :
Meine künstlerische Praxis bewegt sich im Spannungsfeld von Feminismus und narrativer Malerei. Mit einer charakteristisch feinen Handschrift und präzisem Blick für Details entwickle ich neue, zeitgenössische Ausdrucksformen der erzählerischen Bildsprache. Ein zentrales Inspirationsfeld bildet für mich die religiöse Kunst – insbesondere christliche Motive in mittelalterlichen Manuskripten – die ich im Kontext queerer Theologie neu befrage. Themen wie Fürsorge und feministische Perspektiven stehen dabei im Mittelpunkt meines Schaffens. Ich arbeite vorwiegend mit Lithografie, Künstlerbüchern und Zeichnung.
Rika Nemoto (*1997 in Akita/Japan) eine ebenso junge Schriftstellerin und Kuratorin lebt und arbeitet derzeit in Österreich, begleitet kuratorisch die Werkpräsentation und reflektiert das künstlerische Schaffen von Hinako Kagawa wie folgt:
In Kagawas jüngstem Großwerk – Where did my wings go? (2025) – sind rechteckige Stücke aus Washi-Papier nebeneinander montiert; die dazwischenliegenden Spalten erinnern an Gitter oder das Holzskelett von Shoji-Türen. Die Betrachtenden werden gezwungen, die Rolle der höheren Wesen einzunehmen, die einst auf die Menschen blickten – wir blicken durch ein Gitter auf eine transgeschlechtliche Person in depressivem Zustand, die auf einem Bett liegt. Dieses Betrachten ist von einem Gefühl der Unbehaglichkeit begleitet. In einer Sprechblase steht auf Englisch:
Sometimes I don’t think we’re born women/men at all.
It’s like your wings get clipped,
and then everyone’s so surprised
when you don’t know how to fly.
Übersetzung:
Manchmal glaube ich nicht, dass wir überhaupt als Frauen oder Männer geboren werden.
Es ist, als ob die Flügel gestutzt werden,
und dann wundern sich alle,
wenn man nicht weiß, wie man fliegt.
Doch hier in Kagawas Bildwelt gibt es auch Schmetterlinge, deren Flügel nicht gestutzt wurden. Sie verlassen den Schrank und das Haus, flattern zu blühenden Blumen im Hinterhof (Backyard, 2016), ruhen sich in einem Park aus (《乙女のたとえ》Metapher für Jungfrauen, 2021), oder trotzen Blitz und Platzregen (Calling, 2024). Wenn sie des Fliegens müde sind, kehren sie zurück nach Hause – einem Ort, der manchmal unbequem, manchmal aber auch wärmend und schützend ist. Ein Dach gegen Sturm und Regen. Ein Kleiderschrank voller bunter Pullover.
(A Letter to a young Daphne, 2023). Doch nicht alle Schmetterlinge finden zurück. Einige verirren sich im tiefen Wald und kehren nie heim
(Serie über den Tod, 《葬列》Trauerzug, 2024–2025). Besonders unsere schwulen und transgeschlechtlichen Freund*innen wurden in einer Gesellschaft, die auf „heterosexueller Melancholie“ basiert, ihrer Trauerrechte beraubt – denn es fehlt an kulturellen Praktiken, die den Verlust gleichgeschlechtlicher Liebe öffentlich anerkennen. In der AIDS-Krise wurden die Toten nicht betrauert, vielmehr wurden homosexuelle Menschen als Repräsentanten der Krankheit selbst dargestellt. Heute sind queere und Trans-Personen den Weiten und dem Hass des Internets ausgeliefert, sie werden pathologisiert und sozial entwürdigt. Sie werden zu einem unehrenhaften Tod verurteilt – ausgeliefert an die allzu unsichtbaren, gleich-gültigen Engel außerhalb des viereckigen Closets. Doch wir – mit unseren Bildern und Gedichten – errichten ihnen einen Grabstein. Hier ist Trauer erlaubt. Hier dürfen wir weinen.
Zum Schluss nur eine Bitte:
Nimm diese Schmetterlinge mit dir.
Geh mit ihnen über die Regenbogenbrücke.
Für all unsere Gefährt*innen, die gestorben sind.
S***********t
Meisterschüler:Innen Klasse Anne Neukamp
HfBK Dresden
Johanna Seidel, Luca Pataki, Noemi Durighello, Hajin Jeong, Virginia Lorenzetti, Friedrich Villao Crespo, Jascha Wolfram
05.04. bis 17.05.2025
InformationVernissage: Freitag, 04.04.2025, 19.30 Uhr
Einführung durch Lena Horn
Finissage: Samstag, 17.05.2025, 19 Uhr
Gespräch mit der Prof. Anne Neukamp und Studierenden ihrer Klasse
Projektbeschreibung:
Seit den letzten Jahren zeigen sich erfreuliche Veränderungen in der Strukturierung und Profilierung des Lehrkörpers an der HfBK Dresden vor allem auch dergestalt, das hier zunehmend Künstlerinnen einen Lehrauftrag ausüben können.
Die DRESDNER SEZESSION 89 e.V. setzt auch dieses Jahr in ihrer Galerie die Projektreihe fort, Professorinnen der HfBK Dresden und deren Lehrkonzept vorzustellen, wobei Studierende ihrer Klasse die Möglichkeit erhalten, künstlerische Ergebnisse zu präsentieren und dabei einen öffentlichen Diskurs über neue Bedürfnisse und Entwicklungen zur künstlerischen Lehre und Vermittlung wie auch generell zu aktuellen Fragen der künstlerischen Berufsausübung eingehen.
Es sind dieses Jahr ausschließlich Meisterschüler:Innen der Klasse Anne Neukamp, die ihre
Konzeption dieser gemeinsamen Werkschau _ S***********t _ wie folgt beschreiben:
Wir stellen uns die Frage, inwiefern sich eine Kohärenz aus dem gemeinsamen Studium ableiten lässt. Liegt der Schwerpunkt der Klasse Neukamp doch auf bildformalen und bildtheoretischen Kontexten, so deutet diese doch jede:r Studierende in seiner und ihrer eigenen Praxis ganz unterschiedlich. Als verbindendes Element sehen wir im Rahmen der Ausstellung vor allem die Offenheit zum Dialog untereinander und mit dem Publikum der Ausstellung. Dabei wollen wir uns mit den Arbeiten an sich befassen, jedoch auch mit unserer zukünftigen Rolle als freischaffend arbeitende Künstler:Innen – wie viel Platz braucht eine Arbeit im Raum, wie lässt sich eine gelungene Kuration entwickeln und was braucht es, um einen langfristigen künstlerischen Werdegang zu bestreiten.
Der Titel der Ausstellung „S***********t“ spielt bewusst mit Andeutung und Offenheit. Die Leerstellen im Wort laden dazu ein, eigene Assoziationen zu entwickeln und den Begriff individuell zu füllen. Diese Vieldeutigkeit spiegelt sich auch in der Ausstellung wider: Sie eröffnet Räume für Interpretation, für das Unausgesprochene und für das, was erst durch die Besucher*innen Gestalt annimmt.
„S***********t“ ist somit nicht nur ein Titel, sondern eine Einladung – zum Entdecken, Ergänzen und Hinterfragen. Wie in der Kunst selbst, bleibt manches offen, manches verborgen und manches erst im Dialog lebendig.
An – Aus – Ein – BLICK
E.R.N.A. – Elke Böckelmann
Bilder & Skulpturen
25.01. – 08.03.2025
InformationVernissage: Samstag, 25. Januar 2025, 19 Uhr
Laudatorin: Dr. Ingrid Koch, Dresden
Musik: Steffen Gaitzsch (Geige) und Christian Langer (Marimbaphon)
Finissage: Samstag, 8. März 2025, 15 Uhr Gespräch mit der Künstlerin
Seit langem ist es für die DRESDNER SEZESSION 89 e.V. Tradition, zu Beginn des Jahres in der ‚galerie drei‘ für eine langjährig aktive Künstlerin eine Ausstellung in Würdigung Ihres Schaffens auszugerichten.
E.R.N.A. – alias Elke Böckelmann (* 1954 in Dresden) studierte Malerei und Grafik an der HfBK Dresden bei Professor Gerhardt Kettner, das sie 1984 mit einer sehr eindrücklichen Diplomarbeit frei zu dem lyrischen Zyklus „Von den Engeln“ des spanischen Dichters Rafael Alberti abschloss.
Seit 1984 lebt und arbeitet sie als freiberufliche Künstlerin im südbrandenburgischen Altenau und hat gemeinsam mit dem Künstler und Ehemann Paul Böckelmann ein Pfarrhaus um- und ausgebaut und mit der Einrichtung einer Kunstwerkstatt und einer Galerie ein lebendiges kulturelles Begegnungszentrum für die Region geschaffen.
Zeichnung und Grafik sind ihre bevorzugten bildkünstlerischen Medien. Hier findet sie zu ihrer unverwechselbaren Sprache und Handschrift.
Seit 1984 rückte auch die Keramik in den Fokus ihrer künstlerischen Auseinandersetzung.
Ihre Ausstellung „An-Aus-Ein-Blick“ in der galerie drei / DRESDNER SEZESSION 89 e.V. konzentriert sich überwiegend auf Arbeiten der letzten Schaffensjahre.
Zu sehen sind großformatige großteils seriell angelegte Bilder und Zeichnungen wie auch keramische Skulpturen, wobei sie sich auch hier zeichnerisch ‚einschreibt‘.
Die menschliche Figur, insbesondere auch Köpfe und Gesichter werden hier zu existentiellen Ausdrucksträgern ihrer Wahrnehmungen und Gedanken wie auch Erfahrungen, die ihren Lebensweg prägten.
E.R.N.A. – Elke Böckelmann 2025 – Auszug aus ihrem Statement:
„Ich arbeite oft seriell an einem Thema um viele Richtungen auszuloten, Gegenüberstellungen und Kontraste sichtbar werden zu lassen. „
„Immer wieder umgeben mich Gesichter, Köpfe, die ich phantasiert, erfunden, gesehen, gezeichnet habe. Sie bilden oft Menschen aus meiner Umgebung, meiner Welt ab. Es ist ein Blick, ein Moment des Erstaunens oder das Erleben über lange Zeit. Sie entstehen in einem Prozess, der spontan wie auch kontrolliert ist.
…Die so entstandenen Wesen zeigen sich als Individuum in ihren Eigenschaften und Äußerlichkeiten. … Das meist überlebensgroße Format begrenzt sich auf die Köpfe, lässt nur Spuren in ihrer Umgebung zu, es entsteht der Raum ihrer Aura, die sie einzigartig macht. … Hier bin ich vor allem Zeichnerin, mich interessiert neben der Magie des Schwarz-Weiß-Kontrastes auch die Bündelung farbiger Linien auf weißem Grund. … Die Korrespondenz des Schwarzen, dem Grauen, dem Weiß, der Farbe mit dem Nichts, bildet den Raum, formt die Körper. …
Meine keramischen Skulpturen sind immer parallel zu meinen Zeichnungen und Bildern entstanden. Dabei ist mir neben der dreidimensionalen Form auch die Zeichnung auf dem keramischen Material wichtig. …“
Paul Böckelmann April 2009 – Auszug :
„ … In den Kopfbildern fängt das Quadrat scheinbar die Erregung ein, umklammert wie eine White-Box abgebildete Mimik und Gestik und man ist versucht, Fragen zu assoziieren. Eben solche Fragen jenseits der Sprache, die mit Bauchzwicken, Zwerchfellgrummeln, die mit Gefühltem beantwortet werden wollen.
Lediglich Pathos wird dabei nicht hilfreich sein….
… Obwohl E.R.N.A.s Malerei nichts Literarisches einbringen will, entwickeln ihre Figurenkonstellationen ein geschichtengleiches Eigenleben, mit einem altmodischen Wort umschrieben: ein allegorisches Ensemble. Die Malerei wirkt wie von leichter Hand, gekonnt, meisterlich beherrscht. Aber die nächsten Blicke verraten ein schweres Herz. Hier malt eine Frau, die kennt wovon sie malt. …“


















































