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2022


Öffnungzeiten: Donnerstag: 16.00 – 19.00 Uhr | Freitag und Samstag: 15.00 – 18.00 Uhr.


Stimmen

Buchprojekt mit 47 Geschichten von Dresdner Frauen aus aller Welt in Wort und Bild als Comicillustrationen | Sandstein Verlag 2022

Anne Rosinski | Ines Hofmann | Effi Mora | Uta Rolland | KENDIKE Henrike Terheyden | Petra Wilhelm | Paula Huhle | Nazanin Zandi | Rosa Brockelt | Johanna Failer | Annette v. Bodecker | Nadine Wölk | Xenia Gorodnia | Yini Tao | Susanne Schrader |  Annij Zielke | Ella P. | Luisa Stenzel | Masha Alizadeh | Elena Pagel | Anne Ibeling | Anja Maria Eisen | Antje Dennewitz | Daniela Veit | Johanna Failer | Liane Hoder Illustratorinnen 

26.11.2022 – 14.01.2023

 

Vernissage: Freitag, den 25.11.2022, 19.30 Uhr

Einführung: Nazanin Zandi

Musik: Duett Akzent

Mit Unterstützung des Künstlerbundes Dresden e.V.

Einladung als PDF  Information

Einleitung

 

Christiane erinnert sich, wie sie mit ihrer besten Freundin „Vater, Mutter, Kind“ spielte und ihren Kater in den Kinderwagen setzte. Sie spazierten los, der Kater lag in seinen Puppenkleidern und schlief. Ein Auto fuhr vorbei, der Kater sprang erschrocken mit einem Satz heraus: Zwei Frauen kreischten los.

 

Ein Kinderstreich, der schmunzeln lässt. Lebensmomente wie dieser aus der Kindheit, Jugend und aus dem Erwachsensein kennen Viele. In den Comic-Kursen „Wandelsterne“ ermunterten Nazanin Zandi und Elena Pagel Frauen, ihre Erinnerungen zu erzählen und zu illustrieren. Mit Hingabe, Kreativität und Neugier verbildlichten die Teilnehmerinnen ihre Lebensmomente. Die Bildergeschichten sprengten die Sprachgrenzen. Ihre Geschichten erzählten die Frauen in ihren Muttersprachen (Arabisch, Dari, Deutsch, Englisch, Italienisch, Persisch, Russisch, Spanisch, Französisch), die Graphic Novels bedurften keiner Worte.

 

In unseren Kursen (2018-2020) sammelten wir über 600 Geschichten aus der Kindheit und Jugendzeit, über die Liebe, über die Angst, über Alltagsrituale und über das Leben in Dresden. Diese Momente zeigen den gemeinsamen Alltag auf. Sie verdeutlichen die Ähnlichkeiten im Leben der Frauen, denn diese machten die gleichen Erfahrungen in einzelnen Lebensabschnitten, vollkommen unabhängig vom Geburtsort. Sie zeigen aber auch die gesellschaftlich bedingten Unterschiede auf, wie die Geschichte von Leila, die als erste Frau in ihrer Stadt in Afghanistan den Führerschein machte.

 

Kunst öffnet Welten. Immer wieder erlebten wir in unseren Kursen die Wahrheit dieses Satzes. Um einen großen Tisch zusammensitzen, einen Stift in der Hand, das Papier vor sich liegend, waren alle Hemmschwellen gefallen. Wir zeigten die unterschiedlichsten Arbeitstechniken im Comic und Graphic Novel Bereich auf, bildeten in der Farbenlehre und Papierqualität aus, unterrichteten in der Wahrnehmung und Bildaufteilung. Die künstlerisch-bildliche Gestaltung der Geschichte konzentrierte sich auf die wichtigsten Punkte der Erzählung. Die Geschichte wurde strukturiert, wobei jede Frau ihre eigene Aufteilung kreierte.

 

Kunst schafft Vertrauen. Einblicke in das eigene Leben zu geben, ist keine Selbstverständlichkeit. Menschen, die wir länger kennen, öffnen wir den Zugang zu unserer Vergangenheit, aber nicht kurzen Bekanntschaften. Die Möglichkeit, über das Zeichnen etwas von sich zu erzählen, wird jedoch von allen angenommen.

 

Kunst bildet. Die künstlerische Bildung in den Kursen setzten die Frauen sofort beim Illustrieren ihrer Geschichten um. Sie berichteten ihren Freundinnen davon, die dann beim nächsten Kurs mitmachten. Sie zeigten in ihren Familien die Arbeitstechniken auf und regten an, ebenfalls zu erzählen und zu illustrieren.

 

Kunst verbindet. Für das vorliegende Buch suchte eine international besetzte Jury 47 Lebensmomente aus. 26 Dresdner Illustratorinnen und Künstlerinnen griffen im Projekt „LebensBILD. Biografische Begegnungen“ diese Episoden auf und illustrierten sie in ihrem eigenen Stil. So ist jede Doppelseite des Buches Ausdruck der Vielfalt Dresdens: Die Lebensmomente der Frauen sind links auf Deutsch und in der jeweiligen Muttersprache abgedruckt; auf der rechten Seite findet sich die dazugehörige Illustration einer Künstlerin oder Illustratorin. Einige Beispiele aus den Kursen wurden anschließend abgedruckt. „STIMMEN“ macht neugierig.

 

Dr. Verena Böll

Projektleiterin „LebensBILD – bioGrafische Begegnungen“ 2020

 

Alaleh Mirhaji | Xenia Gorodnia Fereshteh Rafieian | Nadine WoelkRita Ohngemach | KendikeJuliaGriese | AnneRosinskiRodina Jomaah | Annij ZielkeKatharina Schmidt | Anja Maria EisenSarah Zolghadr | Anja Maria EisenMaryam Assani | Antje DennewitzTatjana Korneva | Alma WeberSylvia Freitag | Daniela Veit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildungen
Autorinnen

Autorinnen der Geschichten zum Buch „Stimmen“ Sandstein Verlag 2022

Hala Alshehawi

Hedwig Liebert

Kristina Britt Reed

Uta Rolland

Margarita Ohngemach

Petra Wilhelm

Sylvia F.

Angela Zandi

Anna Alice Anzelini

Nazanin Zandi

Fereshteh Rafieian

Zahra Arab

Alaleh Mirhajivarzaneh

Elena Pagel

Katharina Schmidt

Uta Rolland

Jula Giese

Uta Grahn-Jentsch

Masha Alizadeh

Ella P.

Shima Zenouri

Leila Seied

Christiane Zeidler

Juli Weg

Rodina Jomaah

Anett Lentwojt

Christiane Zeidler

Uta Grahn – Jentsch

Sara Zolghadr

M. Asa

Viktoriya Burlak

Milla N.

Tatiana Korneva

 


Gabriele-Münter-Preis auf der Kippe?

Gabriele-Münter-Preis 2021 Aktion der Dresdner Sezession 89 e.V.Gabriele-Münter-Preis 2021 Aktion der Dresdner Sezession 89 e.V.Protestaktion der Dresdner Sezession 89 e.V. gegen die „Auf Eis Legung“ des Gabriele-Münter-Preises 2021.

 
1994 erhielt Thea Richter den ersten Gabriele-Münter-Preis. Sie ist Gründungsmitglied der Dresdner Sezession 89 e.V.
 

Presse und Funk:
Der Tagesspiegel vom 09.09.21
taz vom 12.09.21
Deutschlandradio Kultur 12. September 2021, 23:26 Uhr
 
Information
Gabriele Münter (1877-1962) erhielt ihre künstlerische Ausbildung 1897 an einer Damenkunstschule, denn Frauen durften sich in Deutschland erst ab 1918/19 an staatlichen Kunstakademien immatrikulieren. Nach ihr ist der Gabriele Münter-Preis benannt. Er wird seit 1994 durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e.V. (BBK), der GEDOK – Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V. und dem Frauenmuseum – Kunst, Kultur, Forschung e.V. ausgelobt.
 
Eine Bewerbung ist ausschließlich Künstlerinnen ab dem 40. Lebensjahr vorbehalten – als Ausgleich für die Benachteiligung, die Frauen im Kunstbetrieb bis heute vielfach hinnehmen müssen. Denn gerade bei Künstlerinnen verläuft die berufliche Biografie und Karriereplanung oft nicht so geradlinig, wie sich das manche so vorstellen. Eine Vielzahl an Wettbewerben hat eine Altersgrenze von 35 oder 40 Jahren. Dann gibt es erst wieder hochdotierte Auszeichnungen für das künstlerische Lebenswerk, sobald der 60. oder 70. Geburtstag zu feiern ist. Ergo: die mittlere Generation zwischen 40 und 60 Jahren hat es am schwersten, Fördermöglichkeiten zu erlangen. Insofern ist der Gabriele Münter-Preis ein wichtiges Korrektiv.
 
Doch die Kunsthistorikerin Barbara Straka rechnet vor, dass die Verleihung nicht so regelmäßig wie ursprünglich angedacht stattfand: 2012 und 2017 trat eine „Lücke im Vergaberhythmus“ ein; jetzt wäre für das Jahr 2021 eigentlich eine erneute Auslobung fällig, doch die wurde von ministerieller Seite „noch…nicht veranlasst“. Unmittelbar vor Bundestagswahlen tut sich bekanntlich in der Politik nicht mehr viel, und so befürchtet nicht nur Barbara Straka, dass „der Gabriele Münter Preis in Vergessenheit gerät und schließlich dieses wichtige Instrumentarium der Förderung und Auszeichnung deutscher Künstlerinnen ganz eingestellt wird!“