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Übersicht

 

2021


panoptical play I

SALOON.Dresden // Dresdner Sezession 89 e.V.Flyer Panoptical Play I

09.10. – 06.11.2021

 

MORE VISIBILITY FOR FEMALE PROTAGONISTS IN THE ART SCENE

Positionen

Gwendolin Kremer [Wissenschaftliche Mitarbeiterin & Kuratorin, Kustodie TU Dresden]

Stephanie Lüning | Ursula Susanne Buchart | Susan Donath | Kerstin Franke Gneuß

Helena Garcia Moreno [Leitung Kunstraum artescena, Leipzig]

Johanna Seidel | Michaela Möller | Irene Wieland | Christiane Latendorf

Gloria Aino Grzywatz [freiberufliche Kuratorin peer to space, Stipendiatin Akademie Schloss Solitude]

Gyde Becker | Else Gold | Katharina Lewonig | Maja Drachsel

Susanne Magister [Kunsthistorikerin, wissenschaftliche Redakteurin und Journalistin]

Theresa Rothe | Wiebke Herrmann | Annerose Schulze | Rita Geißler

panoptical play I

panoptical play I

2020 ist der SALOON Dresden auf die Dresdner Sezession 89/Galerie 3 mit dem Ziel zugegangen, die Vernetzung von Akteurinnen der Kunstszene in Dresden voranzutreiben und gegen die Unsichtbarkeiten weiblicher Kunstschaffender zu kämpfen. Daraus entstanden ist ein 3-jähriges Ausstellungsprojekt, welches Begegnungen stattfinden lässt, Reibungspunkte evoziert und/oder Gemeinsamkeiten der Ausstellenden identifiziert und ganz neue Ausstellungskonzepte erprobt. Dabei geht es vor allem auch um das Netzwerk, um den Austausch zwischen Künstlerinnen und Theoretikerinnen, um ein Kennenlernen unabhängig von vorweggenommenen (Ausschluss)Kriterien. Wie der Titel – panoptical play – schon sagt, auf eine ganz spielerische Art und Weise.

Das Konzept sieht die Gegenüberstellung von Positionen verschiedener Generationen vor. Es geht um einen Austausch, ein Kennenlernen und eine Verständigung. Die Auswahl der ausstellenden Künstlerinnen in Kombination mit den Kuratorinnen wird über ein Losverfahren realisiert. Sind die Positionen für das aktuelle Jahr (16 Künstlerinnen und 4 Theoretikerinnen) vollständig bestimmt, gehen die nicht gezogenen Künstlerinnen als auch Theoretikerinnen automatisch in die Losung für das nächste bzw. übernächste Jahr mit ein. 

Der SALOON ist ein Netzwerk für Frauen der Kunstszene. Neben Kuratorinnen und Künstlerinnen finden sich Journalistinnen sowie Frauen, die in Galerien, Museen und Universitäten arbeiten. Das Ziel des Netzwerkes ist die Sichtbarkeit weiblicher Protagonisten der Kunstszene zu stärken sowie neue Projekte, Ausstellungen oder andere Formen der Zusammenarbeit zu initiieren. Gegründet wurde der SALOON 2012 von Tina Sauerländer in Berlin. Aktuell gibt es das Netzwerk in Barcelona, Berlin, Brüssel, Hamburg, München, London, Paris, Prag, Tel Aviv, Wien – und seit Sommer 2019 auch in Dresden. Dresden – SALOON Network (saloon-network.org)

Vernissage: Freitag, den 08.10.2021, 19.00 Uhr

Impulsvortrag mit Diskussionsrunde

Donnerstag, 21.10.2021, 18.00 Uhr | Dr. Franziska Storch, Boardmember SALOON Hamburg: Jackson Pollock und Janet Sobel – Ingenieur vs. Erfinder?

Donnerstag, 04.11.2021, 19.00 Uhr | Susan Donath, freischaffende Künstlerin, Dresden: Vereinbarkeit von Beruf und Familie – was es bedeutet, Künstlerin und Mutter zu sein.

Veranstaltungen

Veranstaltungen panoptical play IVeranstaltungen panoptical play I englische Version

 

Eröffnungsbilder

Vernissage panoptical play I am 08.10.2021

 

 

 

 

 

 

 

 

Logo

Einladung als PDF

Flyer als PDF

Veranstaltungen als PDF | Veranstaltungen englische Version als PDF

Susanne Magister Laudatio als PDF | Gwendolin Kremer Laudatio als PDF


PIGMENTS//Handlungsraum Einladung Jahna Dahms

Jahna Dahms

19.07. – 11.09.2021

 

Einladung VS als PDF  Einladung RS als PDF

Sächsische Zeitung 17.08.2021 als PDF

drawing on pigments

Vita

JAHNA DAHMS

Jahna Dahms Portrait

 

*1972, Germany

Jahna Dahms serielle Zeichnungen, vergoldete Objekte und ihre Sound- und Video-Installationen gehen dem Transzendenten in der Kunst nach. Ihre Arbeiten gründen in ihrem Interesse an Archäologie, Kulturwissenschaft und Kunstgeschichte. So entspinnt sich ein Dialog zwischen Kunst und Geisteswissenschaft, wobei die Hingabe zu alten Techniken oder wertvollen Materialien im Vordergrund steht. Jahna Dahms interessiert sich für die formalen Übereinstimmungen und die philosophischen Systeme hinter archäologischen Befunden. Sie systematisiert in ihren Projekten abstrakte Formen aus verschiedenen Kulturepochen als universelle Sprachen.

Von 1991 bis 1996 und von 1998 bis 2000 studierte sie Kunstgeschichte, Geschichte, Architektur, Kulturgeschichte und Philosophie und ist Absolventin der TU Dresden. Außerdem studierte sie von 2000 bis 2003 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und war von 2004 und 2008 Meisterschülerin von Eberhard Bosslet. Im Laufe ihrer Karriere erhielt sie eine Reihe von renommierten Auszeichnungen, darunter das Landesgraduiertenstipendium, Sachsen, Deutschland und 2003 den Marion Ermer Preis.

Als Gründungsdekanin der Fakultät Design an der Fachhochschule Dresden und als Professorin für konzeptionelles Denken und Zeichnung verfasste sie das Curriculum der künstlerischen Studiengänge der FH Dresden. In ihrer künstlerische Lehre fokussierte sie sich auf eine konzeptionelle und zugleich wahrnehmungsbasierte Konzeption, welche ihre künstlerische Arbeit wechselseitig beeinflusste. Sie forscht zur Geschichte der künstlerischen Fragestellungen. Ihre Arbeiten wurden u.a. in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und im Musée d’Art moderne et d’Art contemporain de Liège ausgestellt. 


Die Künstlerin Jahna Dahms zeichnet im Galerieraum ihre Silberstift-Zeichnungen PIGMENTS und filmt ihre Zeichenpraxis. Dabei entstehen umfangreiche Serien der Silberstift-Zeichnungen auf farbig grundiertem Büttenpapier, die bereits während des Arbeitsprozesses zu sehen sind. Im Anschluss werden diese Zeichnungen gemeinsam mit den Malereien zum Projekt PIGMENTS und den entstandenen Filmen in der Ausstellung gezeigt.

In ihren Projekten übernimmt die Konzeptkünstlerin Jahna Dahms vergessene künstlerische Techniken ihre künstlerische Praxis, wie z.B. Vergoldungen, Grundierungen mit alten Pigmenten oder Zeichnungen mit Silberstift. Ihre Arbeiten sind von einer sehr reduzierten Formensprache geprägt. In ihrem Werk sind Aspekte des Meditativen ebenso relevant, wie die Verwendung von sehr hochwertigen historischen Materialien. Mit den Werkgruppen PIGMENTS widmet sie sich der Wirkung von überlieferten Pigmentmischungen der Goldgrund-Malerei in der Frührenaissance. Die Künstlerin erkundet mit PIGMENTS die Faszination dieser fast vergessenen Farben und verwendet sie als Grundierungen ihrer seriellen Zeichnungen. Sie zeichnet zwei typische Grundformen, die in der Goldgrund-Malerei immer wieder Verwendung fanden: den Kreis und den Halbkreis. Strich um Strich werden in meditativer Zeichen-Praxis die Flächen gefüllt. Nur zwei kleine Goldpunkte geben jeweils weitere Akzente. Das Motiv des Kreises scheint sich auf den farbig präparierten Papieren zu verändern und intensiviert unsere Wahrnehmung der verschieden Farbnuancen. So bringt die Künstlerin mit ihren konzeptuell-minimalistischen Projekt jene sensible Schönheit der Farben zurück, welche sich bereits in den Kunstwerken des Mittelalters und der Frührenaissance offenbarte.

Information

Die Künstlerin filmt ihre Zeichenpraxis vom 19.07. – 20.08.2021 | Filme hier

Besucher willkommen: Mittwoch, Donnerstag, Freitag 15.00 – 18.00 Uhr

Ausstellung PIGMENTS 21.08. – 11.09.2021

Vernissage: 21.08.2021, 19.30 Uhr

Laudatio: Anna von Bülow

Führungen mit der Künstlerin: Donnerstag 15.00 – 19.00 Uhr, Freitag 15.00 – 18.00 Uhr, Samstag 10.00 – 12.00 Uhr


SWUUSH!  Einladung SWUUSH!

Karin Kopka-Musch . Roswitha Josefine Pape . Amina Nour Yassine . Vera Schneider

Malerei |  Grafik | Fotografie | Video | Textil | Installation

Künstlerinnen aus Heidelberg

03.06. – 10.07.2021

 

Einladung als PDF

SWUUSH! Projekt als PDF

Abbildungen

Karin Koppka Musch Farbe Rot Installation DetailPape | Mitsu I Holzschnitt auf Pergament | 2021Amina Nour Yassine | this water is salty Vera Schneider | 2020 | Aquarealismus | 40x30 cm

 

 

 

SWUUSH Installation Karin Kopka Musch Foto: Christine StarkeSWUUSH Ausstellungsansicht Foto: Christine Starke

 

 

 

 

Portaits

Karin Kopka MuschRoswitha Josefine PapeAmina Nour YassineVera Schneider

 

 

 

Statements

Karin Kopka-Musch

 

20.2.2021 ROT Terpsichore, die Muse des Tanzes:

Tanzsätze aus der Sammlung Terpsichore von Michael Praetorius. Zum 450. Geburtstag des Komponisten 

1612 publizierte Michael Praetorius seine einzige Sammlung, die ausschließlich der instrumentalen Musik, der „Instrumenta Musica“, gewidmet ist. Eine Sammlung mit mehr als 300 Tanzsätzen, die zu Recht den Namen der Muse des Tanzes trägt: Terpsichore. Mit dieser abwechslungsreichen, stimmungsvollen und festlichen Musik wollen wir zum großen Jubiläum des Komponisten unsere besondere Konzertreihe in der Kaserne Pirna beginnen. Rot ist das festliche Farbthema dieses Konzerts. 

Leinen, Pigment, farbiges Licht, Flächen, Linien, Bewegung,Spur. Lauschen, übersetzen, ansetzen, dehnen und sehnen. Tief blicken und hoch heben. Dem Rot als Erscheinung und Klang Raum geben. (Karin Kopka-Musch)

Den Auftakt zu einer spartenübergreifenden Projektreihe unter dem Titel TEXTUREN bildete dieses Konzertereignis:

Am 15.03.2021 aufgezeichnet in der Kaserne Pirna und am 20.03.2021 gestreamt auf  YouTube, erlebbar für ein Publikum, das zuvor ein Ticket erworben hatte, ist ein Film entstanden, der die Performance der Hervorbringung des Musikerklingens und damit verbunden das gemeinsame Bespielen des Bühnenraums mit Karin Kopka-Muschs Kunstwerken zu ROT zeigt.

Renaissance-/Barocktänze. Textur. Feste. Von einem Fürsten geladen, lässt dieser die Gäste tanzen. Die Bewegungsabläufe sind kodiert und festgelegt. Zentralperspektivisch bestimmt einer die gesamte Performance des Abends. Es gab Paartänze, aber auch Reigen.

Alte Musik neu erklingen lassen, in einem Gebäude mit Vorgeschichte, welches nun eine neue Nutzung erfährt.

Die Möglichkeiten des Neuansetzens vor dem Hintergrund von Geschichtlichkeit. Was und wie leben wir? Welche Einigung, welches Übereinkommen stimmen wir untereinander ab?

Corona macht Livekonzerte unmöglich. Mindestabstände und Hygienepläne unabdingbar. Ein Tanz. Zwei Schritte vor, einer zurück.

Für ROT hat Karin Kopka-Musch mittels roter Expanderseilen Raumlinien auf die Bühne gebracht, die den Musiker*Innen die Verortung ihrer selbst erschwerten, Abstände thematisierten.

Während der Konzerteinspielung richteten sie ihre Bühne weiter ein. Es wurde immer roter. In assoziativen Setzungen öffnete Karin Kopka-Musch Gedankenräume. Rote Tücher als Teppiche, als Textilien, als Fahnen, als am Schlachthaken hängende, an den Rändern zerfetzte Zeugen von vermeintlichen Freiheitskämpfen und Revolutionen. Rüschen, Rosetten, geschlitzte Stoffe. Formeln und Formen. Texturen zahlreich gezeichnet auf Papier. Sicherheitsnadeln zur Fixierung. Prekär gefestigt an Fäden.

In der Galerie 3 (Dresdner Sezession 89 e.V.) wird die Konzertaufnahme gezeigt werden und Teile der Kunstwerke, die für dieses Projekt erarbeitet wurden, werden ausgestellt.

 

Roswitha Josefine Pape – Erläuterung zu den Bildern/Bilderliste

 

Meine Bilderliste ist chronologisch aufgeführt, so entstand 2020 im ersten Lockdown der Holzschnitt      „Häsin vor dem Wald“, dieser Holzschnitt thematisiert meine Angst vor dem Unbekannten und auch die notwendige Trennung von meiner großen Familie.

Der zweite Holzschnitt: „Kauf-nix-Tag“ stimmt hoffnungsvoll und begegnet dem Betrachter*in aus einer kreativen Perspektive. Die Stadt Heidelberg hat ein Video angekauft, in dem Video stelle ich meine beide Arbeiten im Atelier vor.

https://www.theaterheidelberg.de

Solo Fantastico-Solidaritätsaktion mit freien Künstler*innen

Weiter geht es mit „Die Wolken des Lukrez“, Holzschnitt auf Papier, positiv besetzt und dann untersuche ich mit der Performance“Tür zu“ die Auswirkungen des Lockdown auf kulturelle Institutionen. Ich trage einen Druckstock in den Händen, mit einem QR Code Scanner kann ich den Text „Tür zu“ lesen. Es klappt…….

In den Drucken (Holzschnitt auf Pergament) Mitsu I und Mitsu II konstruiere ich ein Miteinander unter Corona Regeln. Misu ist japanisch und bedeutet: gemütlich, versammeln, zusammenkommen. Mitsu ist in Japan in der Corona Zeit also im Augenblick verboten.

Text Me When You Get Home! – ist ein kleines Diptychon Linolschnitt, Übermalung. 

Nach dem Mord der Britin Sarah E. 2021

DO – ist eine Auswahl aus meinen Blättern zu Eva Hesse, Rosa Luxemburg und Hannah Arend

 

Armin Nour Yassine – A moon above the salt

 

Ein Mond über dem Salz
Wir sterben im Mondlicht
Erkennt ein Liebender am Strand unseren

Heiligen Gral?

Wir treiben dahin, vom Salz verkrustet auf dem Meer der Erinnerung

Und wir verschwenden unsere Körper, unsere Arme und Beine an die Fische.

Die Stimmen um mich her fragen mich: Wie können wir den Weg und das Ziel unserer Reise ändern? Warum jetzt? Und wohin?

Sie erhalten eine Antwort von meinen wunden Lippen

Wenn der Regen aus meinen Augen rinnt

Und (im letzten Moment) mein Geliebter

Mich anlächelt, weil wir dem Untergang entronnen sind.

„A moon above the salt” ist der Titel meines Projekts, durch das ich auf das Leiden der Geflüchteten auf ihrem gefährlichen Weg übers Meer aufmerksam machen will. Eine Flucht vor den Gräueln der Krieges und in der Hoffnung auf eine neue, bessere Zukunft. Geflüchtete verstehen die Flucht übers Meer als eine Rettungsweste. Aber sie wissen auch, dass sie mit ihr untergehen können. Trotzdem gehen sie in ihrem Schmerz diesen Weg der Hoffnung.

Die Ausstellung zeigt sieben Gemälde, von den Formaten 66 x 80 cm bis zu 40 x 33 cm und 15 kleine Arbeiten, von 10 x 5 cm bis zu 7,7 x 7.5 cm. Alle Bilder sind in alte Holzrahmen gefasst.

Eine runde Form stellt den alles verschlingenden Strudel des Meeres und die Boote mit Geflüchteten dar…

Das Gemälde auf einer Glasplatte befasst sich mit demselben Thema.

Bei der Umsetzung des Themas habe ich mich der Mixed Media Technik bedient, wobei dünne Gewebe, Papiere mit unterschiedlicher Stärke, Farben, Leim, Fasern, Nägel, Aquarellfarben, Acrylfarben und Glasfarben zur Anwendung kamen.

In den Bildern selbst versuche ich, die Gegensätze der Transparenz des Wassers zu der Intensität des Salzes und seiner Kruste zum Ausdruck zu bringen, verbunden mit der Schwere und Ernsthaftigkeit des Themas. Ich hoffe, dadurch die Stimmen der Menschen zu Gehör zu bringen, die in den Meeren der Welt auf der Flucht vor Tod und Verfolgung und in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft ums Leben gekommen sind.

 

Vera Schneider – über meine Arbeiten

 

Meine aktuelle Kunst ist seit vielen Jahren sowohl inhaltlich als auch formal von meiner Faszination für das Element Wasser geprägt (auch in Verbindung mit den drei anderen Elementen). Neben Arbeiten in Acryl-Mischtechnik sind (Unter-) Wasserfotografien, Gedichte/Texte, Klangstücke mit Wassergeräuschen und Objekte entstanden.

Die weiße Leinwand entspricht für mich einem offenen Meer mit seinen unendlichen Variationsmöglichkeiten. Aus dem Seinszustand heraus wird durch eine intuitive Herangehensweise eine Sprache formuliert, die das Erlebte malerisch transformiert. Vergleichbar mit Wasser, das annimmt was kommt und damit weiter fließt. Diese Transformation kann inspiriert sein von Begegnungen mit Menschen, persönlichen Bedürfnissen und Gefühlen, Träumen und bereits vorhandenen Bildern aus dem Innern sowie von der intellektuellen und künstlerischen Auseinandersetzung mit Themen aus dem Alltag. Formen und Farben verändern sich durch eine neue Sicht auf die Welt und neue Variationen werden entdeckt. Widerstände werden angenommen und umspült. Ziel ist es, im Fluss von Geben und Nehmen mit den Mitmenschen zu sein und sich dabei von Erwartungen zu befreien. Das Bild ergibt sich von selbst im Prozess der inhaltlichen und formalen Auseinandersetzung beim Annehmen und Finden. Die Bilder stellen somit einen schon vorhandenen Seinszustand dar als auch einen gesellschaftlichen Prozess, der die Offenheit für eine umfangreiche Welt mit ihren unendlichen Variationsmöglichkeiten transformiert und ausformuliert. Dieser Prozess bedeutet auch die größtmögliche Freiheit – sich im Ungeborenen geborgen zu fühlen und Unsichtbares punktuell sichtbar zu machen – sichtbar machen, wie es sich anfühlt in dieser Welt Mensch zu sein.

Auch das Element Wasser steht symbolisch für Freiheit – die darin besteht, ohne Wertung anzunehmen was kommt und damit (verändert und sich verändernd) weiter zu fließen.

Die Faszination für das Thema Wasser spiegelt sich auch formal in den Bildern wider. Durch Techniken des Farbe fließen lassens, schüttens, werfens, spritzens, schäumens, stehen lassens und schichtens wird die Eigenschaft des Elements auf den Bildern fixiert. Auch Unterwasserfotografien von unterschiedlichen Wasserzuständen sind z.T. in den Bildern collageartig integriert. Dabei geht es mir nicht um die konkrete Darstellung von Wasser, sondern vielmehr um die Darstellung von Zuständen, die Wasser haben kann und/oder im übertragenden Sinn von Zuständen innerer Befindlichkeiten.

In meinen Unterwasserfotografien, die ich seit fünf Jahren auf Kreta mache, beschäftige ich mich mit der Wirklichkeit und den vielfältigen Darstellungsmöglichkeiten von Wasser – reale Fotografien erscheinen als surreale Welten oder abstrakte Gebilde, die unterschiedliche Assoziationen hervorrufen.

Meine inhaltlichen Gedanken verarbeite ich auch in Texten/Gedichten, die ich in meine Kunstwerke integriere oder mit ihnen in Beziehung setze.

SWUUSH! entspricht in diesem Sinne einem Wasserschwall, der die Ursprungskraft, die Energie sowie das Fließen von Wasser impliziert und ein Synonym für meine Lebensideale darstellt. Zugleich steht es für den „schwungvollen“ Alltag und den Kraftakt, in deren Prozess meine Kunst neben meinen Aufgaben als Erwerbstätige, Mutter und Frau entsteht.

Biografien

Karin Kopka-Musch

https://karinkopkamusch.com/

Interview KBD

Nachruf

geb.1978 in Bonn | gest. 2021 in Dresden

2000-2007  Studium der Kunst und Romanistik, Kunstakademie Münster und WWU Münster Westf.

2007 Team Skulptur.Projekte.Münster 

2008 Meisterschülerin Klasse Prof. Mechtild Frisch

2013 – 2019 Heidelberg / Mannheim; freie Kunst, Kunstvereinsleitung KON.NEX ART e.V., Mitarbeit Kunsthalle Mannheim 

seit 2019 Dresden, Atelier in Pirna https://www.kaserne-pirna.de/

Mitgliedschaften

Saloon.Dresden, Künstlerbund Dresden e.V. (Vorstand)

bis 2020: künstlerische Kunstvermittlung Staatliche Kunstvermittlung Dresden 

Auszeichnungen

2020/2021 Förderung des Blogprojekts http://zuwendungsbescheid.de/ seitens der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kunst sowie der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

2011 Einladung der Stadt Münster / Austauschprojekt mit Rishon-Le-Zion, Israel

2008 LWL-Stipendium Gotland

 

Roswitha Josefine Pape

geb. 1954 in Dortmund 

1973 – 1977 Studium der freien Grafik und Malerei, Fachhochschule für Gestaltung in Dortmund

seit 1996 lebt und arbeitet in Heidelberg

Preise, Förderungen und Stipendien (K = Katalog)

2007 Willibald-Kramm-Preis, Manfred-Lautenschläger-Stiftung, Heidelberg

2004 – 2007 Förderung der Deutschen Künstlerhilfe, Vorschlag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, Stuttgart 

2002 1.Preis, Kunstpreis der Stiftung Kunst der Sparkasse Karlsruhe, Karlsruhe

2001 1.Preis, gemeinsamer Kunstpreis der SAP AG und der Stadt Walldorf, K

2001 Hommage à Nelson Mandela, Deutscher Beitrag, Unterstützung des Auswärtigen Amtes Berlin und der Stadt Heidelberg, Nelson-Mandela-Institut, Südafrika, Pretoria

2000 1.Preis, Kunst am Bauwettbewerb, Bundesministerium der Finanzen, Berlin, K 

1996 Art in Residence, Academy of Fine Art Poznań, Polen, Posen, K 

1994 International Painter’s Symposium, Slowakei, Moravany/Vahom, K

Ausstellungen (Auswahl, E = Einzelausstellung, K = Katalog)

2020 Internationaler Lucas-Cranach-Preis der Stadt Kronach, Im Fürstenbau der Festung Rosenberg, Kronach, K

2016 Holzschnitt now! Xylon Deutschland und der Schweiz mit Gästen, Kunstmuseum Reutlingen und Kunstverein Reutlingen, K

2016 Bilderreich, Kunstsammlung der Sparkasse Karlsruhe, Museum Ettlingen, Schloss, K

2016 Roswitha Josefine Pape, „Werkschau“, Xylon-Museum + Werkstätten, Schlossgarten, Schwetzingen, E

2016 Roswitha Josefine Pape, Retrospektive, Kurpfälzisches Museum, Heidelberg, E, K

2016 Frei sein, Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma, Galerie Kai Dikhas, Berlin, K

2015 A different perspective, Artwork by the Laureates of the Biennial of Drawing 1996-2016, Museum of West Bohemia, Gallery of Pilsen & Jiri Trnka, Tschechien, Pilsen, K 

2014 sense no sense, Shedhalle Tübingen e.V., Tübingen

2014 Gehen und Kommen, Evangelische Trinitatiskirche, Bonn, E

2013 / 2014 Angekommen, Vielfalt gefällt, Programm der Baden-Württemberg-Stiftung, Ministerium für Integration, Jüdische Kultusgemeinde, Heidelberg, E    

 

Amina Nour Yassine

geb. 1987 in Beirut, Libanon

2004-2007 Al-Bayader-Institut, Technisches Bakkalaureat, Fachrichtung Erzieherin, Beirut, Libanon

2007-2011 BS in Business Grafikdesign, AUL University Beirut, Libanon

06/2012 – 05/2016 freiberufliche Grafikdesignerin bei „Mashmoushi Group Company“, Beirut, Libanon

2013-2016 BS in Bildender Kunst, Libanesische Universität, Beirut, Libanon

seit 10/2016 lebt und arbeitet in Deutschland

Ausstellungen (Auswahl)

2021 Longing – ein Sehnen im Raum, GA, KON.NEX ART e.V. Heidelberg zu Gast im Hawerkamp31 e.V. Münster

2020, In Spirit, GA, Forum für Kunst; BBK, Heidelberg, Luitgard Borlinghaus, Sabine Geierhos, Roswitha Josefine Pape, Vera Schneider, Lynn Schoene, Amina Nour Yassine, Claudia Urlaß

2019 Beirut in Heidelberg, EA, Galerie Eva Wolf-Schliesser e.k., Mannheim

2016 mother nature- one spirit, EA, Universitätshalle, Beirut, Libanon

2013  the beauty, EA, visuial art gallery, Beirut, Libanon 

 

Vera Schneider

geb. 1978 in Emsdetten 

1998-2004 Studium der Bildenden Kunst und Musik in Osnabrück und Wien 

1998-2006 Lehrerin für integrativen Kunst-und Musikunterricht, Musiklehrerin für Querflöte, Blockflöte und Klavier 

2005-2007 Referendariat in Bensheim, Fachausbildung Darstellendes Spiel 

seit 2006 Leitung und Inszenierung diverser Theater-Projekte 

seit 2007 lebt und arbeitet in Heidelberg 

Ausstellungen (Auswahl; GA=Gruppenausstellung, EA=Einzelausstellung)

2021 Longing – ein Sehnen im Raum, GA, KON.NEX ART e.V. Heidelberg zu Gast im Hawerkamp31 e.V. Münster

2021 was bleibt, GA, Forum für Kunst; BBK, Heidelberg

2021 Über Wasser, GA, Museum Industriekultur Osnabrück

2020 In Spirit, GA, Forum für Kunst; BBK, Heidelberg, Luitgard Borlinghaus, Sabine Geierhos, Roswitha Josefine Pape, Vera Schneider, Lynn Schoene, Amina Nour Yassine, Claudia Urlaß 

2019 Die vier Elemente, EA, Malerei von Vera Schneider, Diakoniekirche Luther Mannheim

2019 flow-wings, EA, Malerei von Vera Schneider, Galerie Eva-Wolf-Schliesser, Mannheim


imzwischenseinConstanze Schüttoff | Datenwolke, gestrandet | Detail

Constanze Schüttoff

prozessuale Rauminstallation

12.04. – 15.05.2021

 

showcase | virtueller Resonanzraum: constanze-schuettoff.de   

Statement

Constanze Schüttoff | lichtung | DetailConstanze Schüttoff | Portrait

„Dem Moment ergeben, suche ich das Verborgene der Orte, ihre Rhythmen und Strukturen, das Bewegen im Sein zu ergründen und in subtil erfahrbaren Raum zu wandeln.“

„Dieses imzwischensein füllt nicht nur einen Zeitabschnitt in diesen ungewissen Tagen, ich verstehe es vielmehr als einen Rückzug ins Offene, eine Möglichkeit, mich innerhalb eines begrenzten Raumes frei zu bewegen, mich auf das Vorhandene des Ortes einzulassen, es anzunehmen und zu befragen, zu reagieren und zu interagieren, und dabei selbst einfach zu sein. Entlang eines unsichtbaren Fadens werden aufkeimende, meinen Arbeitsprozess begleitende Fragestellungen und Einsichten aus dem Innen der Galerie zu Ihnen ins Außen gelangen. Sie sind ein Angebot, imzwischensein zu resonieren und eröffnen eine neue gedankliche Ebene – einen Resonanzraum des indirekten, aber freien Begegnens.“              Constanze Schüttoff – April 2021

 

Constanze Schüttoff, 1973 in Dresden geboren, studierte von 2003 bis 2011 Bildhauerei an der Burg Giebichenstein – Kunsthochschule Halle, lebt und arbeitet in Radebeul bei Dresden.

Laudatio

imzwischensein

 

Seit dem 12. April arbeitet die Künstlerin Constanze Schüttoff werktäglich an einer prozessual entstehenden Rauminstallation für die galerie drei.

Die in Radebeul ansässige Dresdnerin erlangte deutschlandweit Bekanntheit mit ihren komplexen skulpturalen Objekten aus Papier und Glas, die sie für architektonische Kontexte oder den öffentlichen (Natur-)Raum konzipiert. So entstanden ihre Arbeiten u.a. für den Andachtsraum des St. Benno Verlages in Leipzig sowie die Botanischen Gärten in Ulm und Dresden. Nahezu einen Monat lang ist sie nun zu Gast in den leeren, soeben renovierten Räumlichkeiten der Dresdner Sezession. Bereits die erste behutsame Annäherung der Künstlerin an den für sie vorerst unvertrauten Ort finden Eingang in die langsam wachsende Arbeit. So wird der Klang der Rhythmik verschiedener Gangarten der Passanten und anderer Umgebungsgeräusche nach wochenlanger, sensibler Wahrnehmung der Künstlerin zum vertrauten, wiedererkennbaren Ablauf alltäglicher Ereignisse und findet letztlich Eingang in die abstrakte Installation der Künstlerin. 

Textile Schnüre unterschiedlicher Qualität dienen Schüttoff, die 2011 ihr Studium für Bildhauerei an der Hallenser Kunsthochschule Burg Giebichenstein absolvierte, als Ausgangsmaterial für ihre Rauminstallation. Sie wählt den Eingangsbereich der Galerie für ihr Projekt, das vier Meter hohe, ca. fünfzehn Quadratmeter große Entree, von welchem eine Treppe in den unteren Ausstellungsbereich abzweigt, während eine weitere zur oberen Galerie und den Büroräumen der Dresdner Sezession führt. Überdies ist der Raum durch zwei große Schaufensterflächen und eine Tür mit Oberlichtern in den Außenraum geöffnet. Ideal für wechselnden Lichteinfall und zugleich prädestiniert für Betrachtungen aus dem Außen in das Galerieinnere. Die Schau ist gewissermaßen als interaktive Schaufensterausstellung konzipiert. Die Künstlerin gibt bereitwillig Zuschauern und Interessierten außerhalb der Galerie, Einblick in ihren sich täglich entwickelnden Werkprozess. Zudem hat sie ein interaktives Dialogfeld auf ihrer Website eingerichtet. Hier stellt sie tagtäglich eine Frage, die ihren Werkprozess flankiert und den wohlwollenden Beobachter anregen mag in seinen Antworten über eigene Wahrnehmungsmuster, Raumerfahrung und Zeitempfinden zu reflektieren. Die Fragen entspringen jahrelanger Beschäftigung der Künstlerin mit diesen Themen und sind Teil der Werkgenese. Denn Schüttoff versteht es sehr wohl ihr künstlerisches Schaffen auch verbal zu kommunizieren, es entstehen Gedichte, essayistische Texte, die ihr jeweiliges Projekt begleiten und als autonome künstlerische Äußerungen gelesen werden können. Für die Rauminstallation in der galerie drei hat sie zunächst mit einer Art Versuchsaufbau begonnen. Am Boden des Raumes lagert eine Spule mit teils abgerollter weißer Schnur, ein Teil der Schnur, liegt in Bündelungen in emaillierten Schalen, die wiederum mit Flüssigkeit befüllt sind. Gefolgt wird diese Anordnung von einem Glasballon, dessen Boden mit milchiger Flüssigkeit bedeckt ist, ein Messzylinder aus Glas und eine grobe Handbürste aus Holz sowie ein Handtuch vervollständigen die in einer horizontalen Reihe geordneten Gegenstände. Schüttoff zelebriert den Reinigungsprozess ihrer bereits für vorangegangene Installationen verwendeten und daher verschmutzten Schnüre und Fäden. Mit Chlor und Wasser säubert sie die synthetischen Fasern, für alle Interessierten sichtbar, auf dem Boden der Galerieraums. Die anfangs feuchten Fäden und Schnüre arrangiert die Künstlerin unterhalb der Decke des Galerie-Entrees an einer bereits vorhandenen Metallaufhängung und über den Verkleidungen des Beleuchtungssystems. Lange Doppelschlaufen drängen in dichten Gruppen herab. Genauer gesagt handelt es sich um eine einzige, kräftige schlauchförmige Schnur von zwanzig bis vierzig Metern Länge, die wie der Faden der Ariadne von einer einzigen Spule gerollt und ohne von dieser getrennt zu werden, arrangiert wird. Die Spule selbst steht in der Mitte des Raumes und enthält über zweihundert Meter Garn für weitere Formationen. Betrachtet man die Installation über das Schaufenster der Sebnitzer Straße, so lässt sich die von der Raumdecke organisierte Verspannung der Schnur genauer differenzieren. An einer bereits existierenden trapezförmigen Metallverbindung und weiteren davon abweichenden Haken, die jeweils in der Decke des Raumes verankert wurden, arrangiert die Künstlerin in horizontalen Achsen, Bündelungen unterschiedlich langer Schlaufen, die teils in schmalen, geraden, der Schwerkraft gehorchenden Bahnen herab hängen und mitunter fast den Boden berühren. Bisweilen werden sie von kürzeren, gedrungenen Schlaufenformationen überlagert. Es lassen sich vier dominantere Schurkonstellationen mit dazwischenliegenden Leerräumen erkennen, die in der Mitte durch eine weitere Reihe von Querverbindungen unterbrochen werden. Zudem sorgen die asymmetrisch in der Decke eingelassenen Haken für Kreuzverspannungen und Knotenpunkte des Fadens. Wie eine grafische Struktur durchwebt die oftmals in ihrer Eigenheit belassenen Schnur den Raum, dreht sich um die eigene Achse, bildet als Schlaufe Tropfenformen und Ellipsen aus. Schüttoff gelingt es dominante Schlingen zu kreieren, die von weniger auffälligen Verspannungen begleitet werden. Ihre Komposition scheint mitunter musikalischen Prinzipien zu folgen, wie eine Melodiestimme, die von Akkorden begleitet wird, wechselt die Rhythmik der Fäden innerhalb einer Achse, ohne jedoch ein Wirrwarr, eine Dissonanz hervorzurufen. Seit 2011 arbeitet Constanze Schüttoff mit textilen Fäden unterschiedlicher Materialität. Bislang integrierte sie diese in aufwendigen, raumgreifenden Installationen, wie zuletzt 2018 für das Windkunstfestival südwestlich von Kassel. Ihre “Datenwolke, gestrandet” besteht aus tausenden von PET-Flaschen, gefüllt mit geschreddertem Aktenmaterial, die auf Schnüre gefädelt von einer offenen Dachkonstruktion als spiralförmiger Raum herabfließen. Diese 2019 auch in Großenhain gezeigte Installation, nutzte die Künstlerin gemeinsam mit Musikern für Klangexperimente. Die einzigartige Akustik des Kunstwerks offenbarte sich in den äußerst geringen Raumresonanzen, die die Spieltechnik eines jeden Musikers und somit den Klang des gespielten Instrumentes auf ungewöhnliche Weise hörbar werden lassen.

Das Besondere der prozessualen Rauminstallation Schüttoffs für die Räume der galerie drei bildet nicht allein die Transparenz des Werkprozesses, sondern überdies das in den Abendstunden veränderte Erscheinungsbild der Arbeit. Sobald es dunkel wird, ist der Raum mit Schwarzlicht erfüllt und die Komposition des weißen Geflechts beginnt in Blautönen zu leuchten.

Seit ihrer Diplomierung arbeitet Constanze Schüttoff verstärkt mit dem Sujet der Reihung und der phänomenologischen Analyse des Raumes. Sie setzt sich u.a. mit Theorien August Schmarsows auseinander, der erstmals Ende des 19. Jahrhunderts den Terminus des Raumes für die Kunstgeschichte thematisiert. Für ihn entwickelt sich ein Raum aufgrund der Dynamik der Wahrnehmung, bestimmt durch Ortswechsel und Bewegung eines Subjektes. Auch für Schüttoff steht der Mensch und seine Erfahrung des Raumes im Vordergrund. In ihrer Installation, die sich aus bewusst gestalteter Leere und rhythmisierenden Geflechten weißer Fadenschwünge in dominanten und begleitenden Formationen entwickelt, mögen Assoziationen zu minimalistischen musikalischen Kompositionen eine visuelle Entsprechung erfahren. Die Installation „imzwischensein“ wandelt sich fortwährend, zusätzliche Fadenkonstellationen in Verbindung mit Papieren sind geplant, in denen die Künstlerin ihre Interaktion mit dem Publikum verarbeiten wird. Neue Betrachter und Resonanzen sind weiterhin willkommen.

Katharina Arlt Kunsthistorikerin [MA]